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    <ntv:field ntv:name="headline">Feuer nähert sich Atom-Anlage</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Notstand im Ural</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Neuer Brennpunkt in Russland: Die Behörden in der Region um die kerntechnische Anlage Majak im Ural verhängen den Notstand. Wie ein Atomexperte gegenüber n-tv.de schildert, ist das Gebiet dort stark atomar verseucht. In anderen Regionen wächst derweil die Furcht vor Epidemien.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Angesichts einer herannahenden Feuersbrunst haben die russischen Behörden in der Umgebung einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage im Ural den Notstand verhängt. Die Behörden der Stadt Osjorsk teilten in einer Erklärung mit, die Flammen näherten sich der Anlage von Majak, wo atomare Abfälle gelagert und wiederaufbereitet werden. Osjorsk und die Anlage Majak liegen im Bezirk Tscheljabinsk, rund 2000 Kilometer östlich von Moskau. Dort kämpfen die Einwohner mit dem giftigen Smog, der weiter über der Hauptstadt hängt. Neue Gefahren könnten durch die Ausbreitung von Krankheiten entstehen, die Gesundheitsbehörden rechnen sogar mit eoner Cholera-Epidemie.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Das Gebiet um Majak gilt nach einem schweren Atom-Unfall 1957 als eine der am schlimmsten kontaminierten Regionen der Erde. Bei der Katastrophe starben nach offiziellen Angaben 200 Menschen, Schätzungen zufolge kamen jedoch etwa 150.000 Menschen durch die radioaktive Strahlung ums Leben. Dr. Peter Jacob vom Helmholtz-Zentrum in München forschte im Südural über die langfristigen Folgen dieses Unfalls und kennt die Gegebenheiten in Majak. "In der Anlage befinden sich riesige Mengen radioaktiven Materials. Der größte Teil des strahlenden Abfalls ist in einem See versenkt und abgedeckt worden. Diesem Atommüll kann das Feuer wohl nichts anhaben." Viel schlimmer sei hier die Gefahr der radioaktiven Verseuchung des Grundwassers in der Region.</p><p>Allerdings seien große Waldgebiete aufgrund des Unfalls von 1957 kontaminiert. Durch die große Hitze könnten die radioaktiven Partikel an der Oberfläche aufgewirbelt und weiter verteilt werden, fürchtet Jacob.</p><p>Der Atomphysiker schätzt, dass die 80.000-Einwohner-Stadt Majak besser auf die Katastrophe vorbereitet sei als andere Städte. Aufgrund ihres besonderen Status - hier wurde über Jahrzehnte Plutonium für die Atomwaffen der Sowjetunion hergestellt, noch heute produziert die Anlage Radionuklide für die Medizin - sei die Region für Notfälle ausgerüstet.</p><p>In der Nähe des Atomforschungszentrums Sneschinsk ebenfalls im Ural hatte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu bereits die verstärkte Brandbekämpfung angeordnet. In der vergangenen Woche hatten die Brände das wichtigste Atomwaffen-Forschungszentrum bei Sarow, etwa 500 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau, bedroht. Sarow, das in der Region von Nischni Nowgorod liegt, werde in vier gefährdeten Bereichen weiter beobachtet, "wo weiter Brandgefahr besteht", teilte der Sprecher der staatlichen Atombehörde Rosatom, Sergej Nowikow, mit.</p><h3>Jahrtausendhitze in Russland</h3><div id="1229911"></div><p>Angesichts der beispiellosen Sommertemperaturen in Russland sprechen Meteorologen mittlerweile von einer Jahrtausendhitze. "Seit der Gründung unseres Landes, also in den vergangenen tausend Jahren, ist eine vergleichbare Hitzewelle weder von uns noch von unseren Vorfahren beobachtet worden", sagte der Chef des staatlichen Wetterdienstes Rosgidromet, Alexander Frolow, im Fernsehen. Seit Juli wurde in Russland ein Hitzerekord nach dem anderen gebrochen, in Moskau, wo das Thermometer sich täglich der 40-Grad-Marke nähert, leiden die Bewohner seit Tagen unter giftigem Smog, der von massiven Wald- und Torfbränden in der Umgebung hervorgerufen wird.</p><div id="native11"></div><p>Wegen der Rekordhitze und des Smogs sterben derzeit doppelt so viele Hauptstädter als sonst. Täglich sterben etwa 700 Menschen, sagte der Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Selzowski, der Agentur Interfax. Normalerweise liege die Zahl bei 360 bis 380 Toten pro Tag.</p><p>Die Konzentration von giftigem Kohlenmonoxid in der Luft überschreitet den zulässigen Grenzwert in Moskau derzeit um mehr als das Sechsfache. Nach Angaben von Meteorologen ist vor Mittwoch nicht mit einer Verbesserung zu rechnen.</p><div id="mid1"></div><p>Auch Epidemien werden nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden immer wahrscheinlicher. Deren Chef, Gennadi Onischtschenko, teilte mit, &quot;die Kontrolle ansteckender Krankheiten wird verstärkt&quot;. Grund sei eine Zunahme von Magen-Darm-Grippen und die verschlechterte Wasserqualität in 52 von 83 russischen Regionen. &quot;Wir fürchten, dass aus Südostasien oder <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Pakistan-ruft-um-Hilfe-article1232536.html" target="_self" rel="follow">Pakistan</a> die Cholera zu uns dringt&quot;, sagte Onischtschenko laut Interfax. Die Lebensmittelversorgung solle kontrolliert werden, auch solle Trinkwasser in die Orte geliefert werden, wo die Brunnen versiegt seien.</p><h3>Hilfe für Russland</h3><div id="1233046"></div><p>Landesweit loderten noch immer mehr als 500 Wald- und Torffeuer. Im europäischen Teil des Landes ist die Lage am schwierigsten. Betroffen sind nach Einschätzung des Zivilschutzministeriums vor allem das Gebiet um Nischni-Nowgorod rund 400 Kilometer östlich von Moskau sowie die Umgebung der Hauptstadt selbst.</p><p>Unterdessen traf immer mehr internationale Hilfe in Russland ein. Deutschland versprach 100.000 Atemschutzmasken sowie Gerät zur Brandbekämpfung. Die französische Regierung schickte ein Löschflugzeug sowie 120 Feuerwehrleute. Nahe Moskau kämpften 100 bulgarische Spezialisten gemeinsam mit russischen Einsatzkräften gegen die Flammen. Auch Italien und Polen schickten Hilfe.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Angesichts einer herannahenden Feuersbrunst haben die russischen Behörden in der Umgebung einer atomaren Wiederaufbereitungsanlage im Ural den Notstand verhängt. Die Behörden der Stadt Osjorsk teilten in einer Erklärung mit, die Flammen näherten sich der Anlage von Majak, wo atomare Abfälle gelagert und wiederaufbereitet werden. Osjorsk und die Anlage Majak liegen im Bezirk Tscheljabinsk, rund 2000 Kilometer östlich von Moskau. Dort kämpfen die Einwohner mit dem giftigen Smog, der weiter über der Hauptstadt hängt. Neue Gefahren könnten durch die Ausbreitung von Krankheiten entstehen, die Gesundheitsbehörden rechnen sogar mit eoner Cholera-Epidemie.</p>
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      <p>Das Gebiet um Majak gilt nach einem schweren Atom-Unfall 1957 als eine der am schlimmsten kontaminierten Regionen der Erde. Bei der Katastrophe starben nach offiziellen Angaben 200 Menschen, Schätzungen zufolge kamen jedoch etwa 150.000 Menschen durch die radioaktive Strahlung ums Leben. Dr. Peter Jacob vom Helmholtz-Zentrum in München forschte im Südural über die langfristigen Folgen dieses Unfalls und kennt die Gegebenheiten in Majak. "In der Anlage befinden sich riesige Mengen radioaktiven Materials. Der größte Teil des strahlenden Abfalls ist in einem See versenkt und abgedeckt worden. Diesem Atommüll kann das Feuer wohl nichts anhaben." Viel schlimmer sei hier die Gefahr der radioaktiven Verseuchung des Grundwassers in der Region.</p>
      <p>Allerdings seien große Waldgebiete aufgrund des Unfalls von 1957 kontaminiert. Durch die große Hitze könnten die radioaktiven Partikel an der Oberfläche aufgewirbelt und weiter verteilt werden, fürchtet Jacob.</p>
      <p>Der Atomphysiker schätzt, dass die 80.000-Einwohner-Stadt Majak besser auf die Katastrophe vorbereitet sei als andere Städte. Aufgrund ihres besonderen Status - hier wurde über Jahrzehnte Plutonium für die Atomwaffen der Sowjetunion hergestellt, noch heute produziert die Anlage Radionuklide für die Medizin - sei die Region für Notfälle ausgerüstet.</p>
      <p>In der Nähe des Atomforschungszentrums Sneschinsk ebenfalls im Ural hatte Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu bereits die verstärkte Brandbekämpfung angeordnet. In der vergangenen Woche hatten die Brände das wichtigste Atomwaffen-Forschungszentrum bei Sarow, etwa 500 Kilometer östlich der Hauptstadt Moskau, bedroht. Sarow, das in der Region von Nischni Nowgorod liegt, werde in vier gefährdeten Bereichen weiter beobachtet, "wo weiter Brandgefahr besteht", teilte der Sprecher der staatlichen Atombehörde Rosatom, Sergej Nowikow, mit.</p>
      <h3>Jahrtausendhitze in Russland</h3>
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      <p>Angesichts der beispiellosen Sommertemperaturen in Russland sprechen Meteorologen mittlerweile von einer Jahrtausendhitze. "Seit der Gründung unseres Landes, also in den vergangenen tausend Jahren, ist eine vergleichbare Hitzewelle weder von uns noch von unseren Vorfahren beobachtet worden", sagte der Chef des staatlichen Wetterdienstes Rosgidromet, Alexander Frolow, im Fernsehen. Seit Juli wurde in Russland ein Hitzerekord nach dem anderen gebrochen, in Moskau, wo das Thermometer sich täglich der 40-Grad-Marke nähert, leiden die Bewohner seit Tagen unter giftigem Smog, der von massiven Wald- und Torfbränden in der Umgebung hervorgerufen wird.</p>
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        Auch Epidemien werden nach Einschätzung der Gesundheitsbehörden immer wahrscheinlicher. Deren Chef, Gennadi Onischtschenko, teilte mit, "die Kontrolle ansteckender Krankheiten wird verstärkt". Grund sei eine Zunahme von Magen-Darm-Grippen und die verschlechterte Wasserqualität in 52 von 83 russischen Regionen. "Wir fürchten, dass aus Südostasien oder
        <a href="http://www.n-tv.de/panorama/Pakistan-ruft-um-Hilfe-article1232536.html" target="_self" rel="follow">Pakistan</a>
        die Cholera zu uns dringt", sagte Onischtschenko laut Interfax. Die Lebensmittelversorgung solle kontrolliert werden, auch solle Trinkwasser in die Orte geliefert werden, wo die Brunnen versiegt seien.
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      <h3>Hilfe für Russland</h3>
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      <p>Unterdessen traf immer mehr internationale Hilfe in Russland ein. Deutschland versprach 100.000 Atemschutzmasken sowie Gerät zur Brandbekämpfung. Die französische Regierung schickte ein Löschflugzeug sowie 120 Feuerwehrleute. Nahe Moskau kämpften 100 bulgarische Spezialisten gemeinsam mit russischen Einsatzkräften gegen die Flammen. Auch Italien und Polen schickten Hilfe.</p>
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