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  <ntv:article ntv:readingtime="2" ntv:layout="detail" ntv:agency="Thomas Brey, dpa" ntv:publishdate="30.11.2010 14:16" ntv:section="Politik" ntv:id="2041526" ntv:homesection="Politik" ntv:url="https://apps.n-tv.de/politik/Eine-Vision-wird-salonfaehig-article2041526.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Eine Vision wird salonfähig</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Projekt "Großalbanien"</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Vor gut 130 Jahren wurde die Idee erstmals formuliert. Seitdem haben sich nur politische Fantasten mit ihr befasst. Jetzt wird die Idee zur Schaffung eines Großalbaniens auf dem Balkan jedoch wieder aktuell.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Den Nationalfeiertag der Republik Albanien am vergangenen Wochenende feierten auch die Landsleute außerhalb der Grenzen. In Südserbien wurden auf öffentlichen Gebäuden ebenso die blutroten Nationalfahnen mit den schwarzen Adlern gehisst wie im Kosovo oder in Mazedonien. Kürzlich kamen in Tirana erstmals Albaner aus allen Balkanländern zusammen, um ein Manifest zur Schaffung eines großalbanischen Staates zu verabschieden. "Die Mühe ist umsonst, die Idee ist nicht durchführbar", winkte in Belgrad die Zeitung "Ekonomeast" ab.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Doch so sicher ist das nicht, auch wenn bisher kein einziger albanischer Spitzenpolitiker sich diesem Anliegen verschrieben hat. Immerhin hatten sich im Kosovo 80 Prozent der knapp zwei Millionen Bewohner für ein Großalbanien ausgesprochen. Im benachbarten Mazedonien, wo die Albaner knapp 30 Prozent der zwei Millionen Bürger stellen, waren es immerhin 52 Prozent. Die führenden Politiker der etwa 100.000 Albaner in Südserbien stehen ebenso hinter diesem Plan wie die Bewegung "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) des Studentenführers Albin Kurti. Sie nimmt in diesem Dezember erstmals an Parlamentswahlen teil und könnte nach Umfragen prächtig abschneiden.</p><h3>Klage in Den Haag</h3><div id="2041581"></div><p>In Tirana zieht der Philosoph und Politologe Koco Danaj als neuer "Vater" dieses Projekts die Fäden. Der 59-Jährige wird nicht müde, in allen Ländern mit albanischer Bevölkerung die Werbetrommel zu rühren. Als erster Schritt soll im Januar beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag, der höchsten UN-Justizinstanz, eine Klage gegen die sogenannte Londoner Konferenz im Jahr 1913 eingereicht werden. Damals war Albanien als "kleine Lösung" aus dem Osmanischen Reich herausgelöst worden. Wichtige Siedlungsgebiete blieben jedoch in Serbien, Mazedonien, Montenegro und Griechenland.</p><p>Die "Großalbaner" verfolgen auf der Jagd nach Sympathisanten zwei Taktiken. "Wir sind eine soziale Bewegung", sagt "Vetevendosje"-Chef Kurti. Er setzt auf die wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit in fast allen Balkanländern mit Rekorden bei Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichem Stillstand oder sozialer Not, die besonders bei den jungen Menschen Protestpotenzial aufgebaut haben. Daneben werden angebliche Diskriminierungen der Albaner in Serbien, Montenegro und Mazedonien angeprangert.</p><h3>Werbestrategie "Natürliches Albanien"</h3><p>Nach unterschiedlichen Angaben leben auf dem Balkan bis zu sechs Millionen Albaner. Hinzu kommt eine mehrere Hunderttausend Menschen umfassende Emigrantengemeinde vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sollten diese Menschen alle in einem Staat leben, würden sie auf dem Westbalkan die Serben als bisher klar stärkste Nation mit sieben Millionen Menschen kurz über lang ablösen. Denn in Serbien geht die Bevölkerung wegen Abwanderung und wenig Geburten dramatisch zurück, während sie in den albanischen Siedlungsgebieten regelrecht explodiert.</p><p>Serbische Politiker prangern die "unfassbare Provokation" der Albaner an und fordern deren Verhaftung. Doch die sind teilweise kampfbereit. "Verhaftet mich, aber Südserbien wird bis 2015 Teil eines Großalbaniens sein", sagte der Albanerführer Orhan Redzepi vor einigen Tagen der Belgrader Zeitung "Press". Und weil das Wort "Großalbanien" manche Menschen verschrecken könnte, haben es seine Befürworter durch den Begriff "Natürliches Albanien" ersetzt. Bei der Parlamentswahl im Kosovo wird sich erstmals zeigen, ob das Vorhaben auch bei breiteren Wählerschichten salonfähig ist.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Den Nationalfeiertag der Republik Albanien am vergangenen Wochenende feierten auch die Landsleute außerhalb der Grenzen. In Südserbien wurden auf öffentlichen Gebäuden ebenso die blutroten Nationalfahnen mit den schwarzen Adlern gehisst wie im Kosovo oder in Mazedonien. Kürzlich kamen in Tirana erstmals Albaner aus allen Balkanländern zusammen, um ein Manifest zur Schaffung eines großalbanischen Staates zu verabschieden. "Die Mühe ist umsonst, die Idee ist nicht durchführbar", winkte in Belgrad die Zeitung "Ekonomeast" ab.</p>
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      <p>Doch so sicher ist das nicht, auch wenn bisher kein einziger albanischer Spitzenpolitiker sich diesem Anliegen verschrieben hat. Immerhin hatten sich im Kosovo 80 Prozent der knapp zwei Millionen Bewohner für ein Großalbanien ausgesprochen. Im benachbarten Mazedonien, wo die Albaner knapp 30 Prozent der zwei Millionen Bürger stellen, waren es immerhin 52 Prozent. Die führenden Politiker der etwa 100.000 Albaner in Südserbien stehen ebenso hinter diesem Plan wie die Bewegung "Vetevendosje" (Selbstbestimmung) des Studentenführers Albin Kurti. Sie nimmt in diesem Dezember erstmals an Parlamentswahlen teil und könnte nach Umfragen prächtig abschneiden.</p>
      <h3>Klage in Den Haag</h3>
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      <p>In Tirana zieht der Philosoph und Politologe Koco Danaj als neuer "Vater" dieses Projekts die Fäden. Der 59-Jährige wird nicht müde, in allen Ländern mit albanischer Bevölkerung die Werbetrommel zu rühren. Als erster Schritt soll im Januar beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag, der höchsten UN-Justizinstanz, eine Klage gegen die sogenannte Londoner Konferenz im Jahr 1913 eingereicht werden. Damals war Albanien als "kleine Lösung" aus dem Osmanischen Reich herausgelöst worden. Wichtige Siedlungsgebiete blieben jedoch in Serbien, Mazedonien, Montenegro und Griechenland.</p>
      <p>Die "Großalbaner" verfolgen auf der Jagd nach Sympathisanten zwei Taktiken. "Wir sind eine soziale Bewegung", sagt "Vetevendosje"-Chef Kurti. Er setzt auf die wirtschaftliche Hoffnungslosigkeit in fast allen Balkanländern mit Rekorden bei Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichem Stillstand oder sozialer Not, die besonders bei den jungen Menschen Protestpotenzial aufgebaut haben. Daneben werden angebliche Diskriminierungen der Albaner in Serbien, Montenegro und Mazedonien angeprangert.</p>
      <h3>Werbestrategie "Natürliches Albanien"</h3>
      <p>Nach unterschiedlichen Angaben leben auf dem Balkan bis zu sechs Millionen Albaner. Hinzu kommt eine mehrere Hunderttausend Menschen umfassende Emigrantengemeinde vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sollten diese Menschen alle in einem Staat leben, würden sie auf dem Westbalkan die Serben als bisher klar stärkste Nation mit sieben Millionen Menschen kurz über lang ablösen. Denn in Serbien geht die Bevölkerung wegen Abwanderung und wenig Geburten dramatisch zurück, während sie in den albanischen Siedlungsgebieten regelrecht explodiert.</p>
      <p>Serbische Politiker prangern die "unfassbare Provokation" der Albaner an und fordern deren Verhaftung. Doch die sind teilweise kampfbereit. "Verhaftet mich, aber Südserbien wird bis 2015 Teil eines Großalbaniens sein", sagte der Albanerführer Orhan Redzepi vor einigen Tagen der Belgrader Zeitung "Press". Und weil das Wort "Großalbanien" manche Menschen verschrecken könnte, haben es seine Befürworter durch den Begriff "Natürliches Albanien" ersetzt. Bei der Parlamentswahl im Kosovo wird sich erstmals zeigen, ob das Vorhaben auch bei breiteren Wählerschichten salonfähig ist.</p>
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