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  <ntv:article ntv:readingtime="5" ntv:layout="detail" ntv:agency="mmo/AFP/DJ/dpa" ntv:publishdate="29.12.2011 19:19" ntv:section="Politik" ntv:id="5100501" ntv:homesection="Politik" ntv:url="https://apps.n-tv.de/politik/Iran-filmt-US-Flugzeugtraeger-article5100501.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Iran filmt US-Flugzeugträger</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Riskante Begegnungen am Golf</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Die Lage an der Einfahrt in den Persischen Golf spitzt sich weiter zu: Die iranische Marine entdeckt eigenen Angaben zufolge einen US-Flugzeugträger vor der eigenen Küste. Teheran versucht, die Bilder medienwirksam auszuschlachten. Die USA zeigen sich unbeeindruckt. Die Drohung einer Seeblockade ist noch nicht aus der Welt.</ntv:field>
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      <ntv:field ntv:name="caption">Leicht unscharfe Aufnahme aus iranischen Quellen: Das fragliche Schiff macht nur langsame Fahrt.</ntv:field>
      <ntv:field ntv:name="credits">REUTERS</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Der Tonfall zwischen Iran und der Welt verschärft sich. Die Drohung Teherans, die für Öltransporte wichtige Seestraße von Hormus zu sperren, treibt die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zu neuen Spitzen. Teheran sei entschlossen, seine "vitalen Interessen zu verteidigen", drohte der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, Hassan Salami. Die USA warnten, eine Schließung des Seewegs "nicht zu tolerieren". Demonstrativ lenkten sie einen Flugzeugträger samt Begleitschiffen durch die Meerenge in den Persischen Golf.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><div id="5100491"></div><p>Sein Land werde "auf Bedrohungen mit Bedrohungen antworten", sagte General Salami nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er hoffe zwar nicht, dass der Iran sich verteidigen müsse. "Wir werden aber mit der größten Entschlossenheit handeln", sagte Salami. "Die USA sind wie ein Eisberg, der jedoch von der hohen Temperatur der iranischen Revolution geschmolzen wird", verkündete der stellvertretende Kommandeur der iranischen Eliteeinheiten. "Die USA sind wie ein Spatz im Körper eines Dinosauriers", fügte General Salami hinzu.</p><p>Aufklärer der iranischen Streitkräfte machten in der Region um die Straße von Hormus eigenen Angaben zufolge einen US-Flugzeugträger aus. Wie Admiral Mahmud Mussawi laut Nachrichtenagentur Irna sagte, entdeckte ein Aufklärungsflugzeug das Schiff in der Zone, in der seit Heiligabend ein zehntägiges Seemanöver der iranischen Marine stattfinden soll.</p><h3>Annäherung an eine Kampfmaschine</h3><div id="4250096"></div><p>Die Marine habe Aufnahmen von dem Flugzeugträger gemacht, hieß es. Wann genau der Träger gesichtet wurde, blieb zunächst unklar. Zusehen seien unter anderem die Raketen, Radargeräte und Flugzeuge an Bord des Schiffes. Iranische Medien zeigten Bilder eines Trägers, bei dem es sich offenbar um die "USS John C. Stennis" handelte. Im staatlichen Fernsehen riet Mussawi ausländischen Streitkräften, Irans "Warnungen ernst zu nehmen" und nicht in das Manövergebiet einzudringen. Geheimes Material ist auf den Bildern allerdings nicht zu erkennen. .</p><div id="5100541"></div><p>Überraschend kommt auch die Sichtung nicht: Die US-Regierung hatte am Vorabend mitgeteilt, dass ein US-Flugzeugträger und ein Lenkwaffenkreuzer die Straße von Hormus in Richtung des Arabischen Meers passiert hätten. Den offiziellen Verlautbarungen zufolge waren das die &quot;USS John Stennis&quot; (<a href="http://stennis.ahf.nmci.navy.mil/" target="_self" rel="follow">Kennnummer CVN 74</a>) und der Lenkwaffenkreuzer &quot;USS Mobile Bay&quot;. Nach Angaben eines Pentagon-Sprechers handelte es sich um ein im Vorfeld geplante Verlegung der beiden Großkampfschiffe. Zusammen mit ihren Begleitschiffen sollen die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen. Wenn die US-Angaben zutreffen, hat der Iran entweder die Veröffentlichung der Bilder bis zum Donnerstag hinausgezögert - oder die amerikanischen Kräfte erst nach ihrer Passage der eigentlich recht übersichtlichen Meerenge entdeckt.</p><h3>Bis fast auf Steinwurfweite</h3><p>In jedem Fall belegen die Bilder aus den iranischen Quellen, dass sich die beiden Parteien mittlerweile bedrohlich nahe kommen. Eine unbeobachtete Annäherung an einen US-Träger erscheint in Anbetracht des enormen elektronischen Aufwands, den die US-Marine zur Luftraumüberwachung im Umfeld ihrer Verbände betreibt, wenig wahrscheinlich. Das bedeutet, dass die Amerikaner den Anflug der iranischen Späher tolerierten. Das ist für beide Parteien riskant: Eine einzelne überspannte Reaktion auf einer der beiden Seiten hätte in der waffenstarrenden Szenerie durchaus einen größeren diplomatischen Zwischenfall auslösen können. Eine größere Eskalation wäre dann wohl kaum noch zu vermeiden gewesen.</p><div id="native11"></div><div id="5100596"></div><p>Der Iran hatte wenige Tage nach Beginn seines Weihnachtsmanövers mit einer Blockade der Straße von Hormus gedroht, sollten die USA und ihre Verbündeten neue Sanktionen gegen Teherans Ölexporte beschließen. Dies hatte zu erheblicher Unruhe an den internationalen Märkten geführt, denn durch die etwa 50 Kilometer breite Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer werden bis zu 40 Prozent der weltweit verschifften Öllieferungen transportiert. Das Manöver ist das bisher größte der iranischen Marine; es läuft unter dem Titel "Velayat-90" und erstreckt sich über ein Gebiet von 2000 Quadratkilometern bis in den Indischen Ozean.</p><h3>Die Drohung genügt</h3><p>Die USA drohten Teheran in Reaktion auf die angedrohte Blockade, "jegliche Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus" nicht dulden zu wollen. Militärexperten bezweifelten, dass der Iran die Straße von Hormus, die an ihrer schmalsten Stelle 34 Kilometer breit ist, tatsächlich blockieren könnte. Allerdings könnte die iranische Marine mit der Verlegung von Minen und dem Einsatz von Raketen durchaus Schäden anrichten und Unruhe stiften, sagte die Professorin Caitlin Talmadge von der George-Washington-Universität. Auch andere Fachleute teilten die Einschätzung, dass es dem Iran mit seiner Marine kaum gelingen würde, eine Golf-Blockade gegen den Willen großer Militärmächte wie den USA aufrechtzuhalten.</p><div id="mid1"></div><p>Für die zivile Schifffahrt käme jedoch schon der erste scharfe Schuss fast einer Abriegelung des Seeweges gleich: Für die großen Erdöl- und Flüssiggastanker dürften die Versicherungsprämien und andere Kosten umgehend scharf ansteigen. Für den Iran könnte sich dagegen schon die Drohung in barer Münze auszahlen. Das lautstarke Kriegsgeschrei sorgte bereits für einen Anstieg des Ölpreises. Dadurch kann auch der Iran mehr Einnahmen für seine Exporte am Weltmarkt erlösen. Am Donnerstag hielt sich der Preis für ein Barrel der Sorte Brent über 107 Dollar. Allerdings wurde nach Angaben von Händlern der Preisanstieg wegen unerwartet hoher US-Ölbestände und dem Dollar-Anstieg in Grenzen gehalten.</p><h3>Anzeichen einer neuen Koalition</h3><p>Neben den USA machen sich auch Öl-Verbraucherstaaten wie China oder Frankreich für ungehinderte Öltransporte stark. Die Meerenge von Hormus sei ein internationales Gewässer, hieß es aus Paris. "Dementsprechend haben alle Schiffe ein Durchfahrtsrecht, unter welcher Flagge sie auch fahren", betonte eine Sprecherin des französischen Außenministeriums. Frankreich hat bereits vor zweieinhalb Jahren in Abu Dhabi einen Militärstützpunkt eingerichtet, der nach Angaben des Verteidigungsministeriums eigens für mögliche Seeeinsätze am Golf ausgerichtet ist.</p><div id="5100616"></div><p>Unabhängige politische Beobachter ordneten die Kriegsrhetorik aus Teheran als weitgehend ungefährliche Wendung im anhaltenden machtpolitischen Poker ein. "Die iranischen Erklärungen müssen in den aktuellen Kontext eingeordnet werden", zitierte die französische Tageszeitung "Le Figaro" einen iranischen Universitätsprofessor, der anonym bleiben wollte. Solche Drohungen kämen nicht zum ersten Mal. Sie seien lediglich eine verbale Reaktion auf Öl-Embargo-Pläne von Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Deutschland und den USA.</p><p>Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel ziviler Atompläne an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die iranische Führung pocht dagegen auf ihr Recht, im Rahmen des von ihr unterzeichneten Atomwaffensperrvertrags Uran zu friedlichen Zwecken anreichern zu dürfen. Italiens Regierungschef Mario Monti forderte rasche Sanktionen gegen den Iran, um dessen Gewinne aus dem Ölhandel zu mindern. Die Europäische Union hatte bereits zuvor neue Strafmaßnahmen gegen Irans Finanz- und Ölsektor angekündigt. Entsprechende Schritte könnten die EU-Außenminister im Januar einleiten.</p><p>Der Verteidigungsexperte <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/N/nouripour_omid.html" target="_self" rel="follow">Omid Nouripour</a> warnte die internationale Gemeinschaft davor, sich vom Iran zu einer militärischen Auseinandersetzung provozieren zu lassen. Es sei zwar richtig, dass die Staatengemeinschaft es sich nicht gefallen lassen könne, dass der Iran internationale Gewässer blockiere, sagte der iranischstämmige Grünen-Politiker. &quot;Die militärische Auseinandersetzung mit dem Iran scheint einfach, die politische Auseinandersetzung ist allerdings kaum zu gewinnen.&quot;</p>]]></ntv:field>
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      <p>Der Tonfall zwischen Iran und der Welt verschärft sich. Die Drohung Teherans, die für Öltransporte wichtige Seestraße von Hormus zu sperren, treibt die Spannungen zwischen dem Iran und den USA zu neuen Spitzen. Teheran sei entschlossen, seine "vitalen Interessen zu verteidigen", drohte der Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, Hassan Salami. Die USA warnten, eine Schließung des Seewegs "nicht zu tolerieren". Demonstrativ lenkten sie einen Flugzeugträger samt Begleitschiffen durch die Meerenge in den Persischen Golf.</p>
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      <p>Aufklärer der iranischen Streitkräfte machten in der Region um die Straße von Hormus eigenen Angaben zufolge einen US-Flugzeugträger aus. Wie Admiral Mahmud Mussawi laut Nachrichtenagentur Irna sagte, entdeckte ein Aufklärungsflugzeug das Schiff in der Zone, in der seit Heiligabend ein zehntägiges Seemanöver der iranischen Marine stattfinden soll.</p>
      <h3>Annäherung an eine Kampfmaschine</h3>
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        Überraschend kommt auch die Sichtung nicht: Die US-Regierung hatte am Vorabend mitgeteilt, dass ein US-Flugzeugträger und ein Lenkwaffenkreuzer die Straße von Hormus in Richtung des Arabischen Meers passiert hätten. Den offiziellen Verlautbarungen zufolge waren das die "USS John Stennis" (
        <a href="http://stennis.ahf.nmci.navy.mil/" target="_self" rel="follow">Kennnummer CVN 74</a>
        ) und der Lenkwaffenkreuzer "USS Mobile Bay". Nach Angaben eines Pentagon-Sprechers handelte es sich um ein im Vorfeld geplante Verlegung der beiden Großkampfschiffe. Zusammen mit ihren Begleitschiffen sollen die Soldaten in Afghanistan zu unterstützen. Wenn die US-Angaben zutreffen, hat der Iran entweder die Veröffentlichung der Bilder bis zum Donnerstag hinausgezögert - oder die amerikanischen Kräfte erst nach ihrer Passage der eigentlich recht übersichtlichen Meerenge entdeckt.
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      <h3>Bis fast auf Steinwurfweite</h3>
      <p>In jedem Fall belegen die Bilder aus den iranischen Quellen, dass sich die beiden Parteien mittlerweile bedrohlich nahe kommen. Eine unbeobachtete Annäherung an einen US-Träger erscheint in Anbetracht des enormen elektronischen Aufwands, den die US-Marine zur Luftraumüberwachung im Umfeld ihrer Verbände betreibt, wenig wahrscheinlich. Das bedeutet, dass die Amerikaner den Anflug der iranischen Späher tolerierten. Das ist für beide Parteien riskant: Eine einzelne überspannte Reaktion auf einer der beiden Seiten hätte in der waffenstarrenden Szenerie durchaus einen größeren diplomatischen Zwischenfall auslösen können. Eine größere Eskalation wäre dann wohl kaum noch zu vermeiden gewesen.</p>
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      <h3>Die Drohung genügt</h3>
      <p>Die USA drohten Teheran in Reaktion auf die angedrohte Blockade, "jegliche Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus" nicht dulden zu wollen. Militärexperten bezweifelten, dass der Iran die Straße von Hormus, die an ihrer schmalsten Stelle 34 Kilometer breit ist, tatsächlich blockieren könnte. Allerdings könnte die iranische Marine mit der Verlegung von Minen und dem Einsatz von Raketen durchaus Schäden anrichten und Unruhe stiften, sagte die Professorin Caitlin Talmadge von der George-Washington-Universität. Auch andere Fachleute teilten die Einschätzung, dass es dem Iran mit seiner Marine kaum gelingen würde, eine Golf-Blockade gegen den Willen großer Militärmächte wie den USA aufrechtzuhalten.</p>
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      <h3>Anzeichen einer neuen Koalition</h3>
      <p>Neben den USA machen sich auch Öl-Verbraucherstaaten wie China oder Frankreich für ungehinderte Öltransporte stark. Die Meerenge von Hormus sei ein internationales Gewässer, hieß es aus Paris. "Dementsprechend haben alle Schiffe ein Durchfahrtsrecht, unter welcher Flagge sie auch fahren", betonte eine Sprecherin des französischen Außenministeriums. Frankreich hat bereits vor zweieinhalb Jahren in Abu Dhabi einen Militärstützpunkt eingerichtet, der nach Angaben des Verteidigungsministeriums eigens für mögliche Seeeinsätze am Golf ausgerichtet ist.</p>
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      <p>Der Westen verdächtigt Teheran, unter dem Deckmantel ziviler Atompläne an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die iranische Führung pocht dagegen auf ihr Recht, im Rahmen des von ihr unterzeichneten Atomwaffensperrvertrags Uran zu friedlichen Zwecken anreichern zu dürfen. Italiens Regierungschef Mario Monti forderte rasche Sanktionen gegen den Iran, um dessen Gewinne aus dem Ölhandel zu mindern. Die Europäische Union hatte bereits zuvor neue Strafmaßnahmen gegen Irans Finanz- und Ölsektor angekündigt. Entsprechende Schritte könnten die EU-Außenminister im Januar einleiten.</p>
      <p>
        Der Verteidigungsexperte
        <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/N/nouripour_omid.html" target="_self" rel="follow">Omid Nouripour</a>
        warnte die internationale Gemeinschaft davor, sich vom Iran zu einer militärischen Auseinandersetzung provozieren zu lassen. Es sei zwar richtig, dass die Staatengemeinschaft es sich nicht gefallen lassen könne, dass der Iran internationale Gewässer blockiere, sagte der iranischstämmige Grünen-Politiker. "Die militärische Auseinandersetzung mit dem Iran scheint einfach, die politische Auseinandersetzung ist allerdings kaum zu gewinnen."
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