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    <ntv:field ntv:name="headline">Kandidaten im Schatten Lulas</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Brasilien wählt</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Am 3. Oktober wählt Brasilien einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Lula da Silva darf nicht mehr antreten, ist aber omnipräsent. Selbst die Opposition muss Rücksicht auf ihn nehmen.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Wenn es nach den Umfragen geht, ist das Rennen um das Präsidentenamt in Brasilien schon gelaufen. Dilma Rousseff hat beste Chancen, die erste Frau im Präsidentenpalast in Brasília zu werden. Die engste Vertraute des scheidenden Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva liegt rund sechs Wochen vor der Wahl am 3. Oktober mehr als zehn Prozentpunkte vor ihrem Herausforderer, São Paulos Ex-Gouverneur José "Zé" Serra (68). Für viele Kommentatoren stellt sich nur eine Frage: Schafft es die Tochter eines bulgarischen Einwanderers im ersten Wahlgang oder braucht sie zwei.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Der populäre Lula, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, machte seiner Arbeiterpartei (PT) und seinen Landsleuten schon früh klar, dass an seiner Wunschkandidatin "Dilma" kein Weg vorbei gehe. "Niemand sonst ist so vorbereitet wie Dilma", versichert Lula in einem Wahlspot. Voriges Jahr veränderte die Ex-Energieministerin ihr Äußeres komplett. Frisur, Make-Up, Kleidung - alles geschmeidig gestylt und Ton in Ton. Die 62-Jährige ist kaum wiederzuerkennen im Vergleich zu früheren Jahren.</p><h3>Serra gegen Rousseff und Lula</h3><p>José Serra hat es gegen sie sehr schwer. Vor wenigen Wochen noch hofften seine Anhänger, dass er zum Start des entscheidenden TV- und Radiowahlkampfes am 17.8. wenigstens gleichauf mit Rousseff liege. Doch weit gefehlt. Elf Prozentpunkte trennten den Konservativen (32 Prozent) nach einer Umfrage der vorigen Woche von der Lula-Favoritin (43). Von den insgesamt neun Kandidaten gelang nur Ex-Umweltministerin Marina Silva mit 8 Prozent ein Achtungserfolg.</p><p>Der ruhige, patriarchalisch wirkende Serra muss nicht nur gegen Rousseff kämpfen, sondern gegen den übermächtigen Lula und dessen Erfolgsregierung, die nach jüngsten Umfragen Zustimmungswerte von 78 Prozent erreicht. Kritik zu üben wird da zum Balanceakt, denn jede Spitze gegen die amtierende Regierung richtet sich auch gegen die Meinung von mehr als drei Viertel der Brasilianer.</p><div id="1335106"></div><p>Dabei lag Rousseff bis April in den Umfragen noch hinter Serra. Vielen gilt sie im Auftreten als zu unterkühlt, zu berechnend. Doch kann sie gewinnend sein. Teilnehmer kleiner Konferenzrunden loben in höchsten Tönen ihre Effizienz, die enorme Sachkenntnis, das Verhandlungsgeschick und ihre hohe Sozialkompetenz. Lula versucht, sie im Wahlkampf als "Mutter der Nation" hinzustellen, bleibt aber geschickt im Hintergrund, weil er seine Kandidatin nicht als "Marionette" desavouieren will.</p><p>Dass die Ökonomin allein kämpfen kann, bewies sie schon sehr früh während der Militärdiktatur in Brasilien (1964-1985). Sie gehörte dem Widerstand an, lehrte Marxismus-Theorie und war führendes Mitglied in Untergrundorganisationen, die für Banküberfälle und Attentate verantwortlich waren. 1970 wurde sie verhaftet, gefoltert und zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt.</p><div id="native11"></div><h3>"Ich kämpfe, damit sich Brasilien verändert"</h3><p>Die überzeugte Sozialistin übte den Umgang mit Waffen, bestritt aber stets die Teilnahme an bewaffneten Aktionen. "Ich kämpfte, damit sich Brasilien veränderte, und ich habe mich mit ihm (Brasilien) verändert", pflegt Rousseff zu sagen.</p><p>Auch wenn die Umfragen derzeit eine deutliche Sprache sprechen, entschieden ist noch nichts. Das Rousseff-Lager hält sich mit Vorfreude zurück. Nur zu gut ist das Wahljahr 2006 in Erinnerung. Damals lag Lula vor dem Start der TV-Kampagnen mit 55 Prozent der Stimmen deutlich vor seinem konservativen Rivalen Geraldo Alckmin. Und dann verpasste er die absolute Mehrheit und musste sich seinem Herausforderer in der Stichwahl stellen.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Wenn es nach den Umfragen geht, ist das Rennen um das Präsidentenamt in Brasilien schon gelaufen. Dilma Rousseff hat beste Chancen, die erste Frau im Präsidentenpalast in Brasília zu werden. Die engste Vertraute des scheidenden Staatschefs Luiz Inácio Lula da Silva liegt rund sechs Wochen vor der Wahl am 3. Oktober mehr als zehn Prozentpunkte vor ihrem Herausforderer, São Paulos Ex-Gouverneur José "Zé" Serra (68). Für viele Kommentatoren stellt sich nur eine Frage: Schafft es die Tochter eines bulgarischen Einwanderers im ersten Wahlgang oder braucht sie zwei.</p>
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      <p>Der populäre Lula, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf, machte seiner Arbeiterpartei (PT) und seinen Landsleuten schon früh klar, dass an seiner Wunschkandidatin "Dilma" kein Weg vorbei gehe. "Niemand sonst ist so vorbereitet wie Dilma", versichert Lula in einem Wahlspot. Voriges Jahr veränderte die Ex-Energieministerin ihr Äußeres komplett. Frisur, Make-Up, Kleidung - alles geschmeidig gestylt und Ton in Ton. Die 62-Jährige ist kaum wiederzuerkennen im Vergleich zu früheren Jahren.</p>
      <h3>Serra gegen Rousseff und Lula</h3>
      <p>José Serra hat es gegen sie sehr schwer. Vor wenigen Wochen noch hofften seine Anhänger, dass er zum Start des entscheidenden TV- und Radiowahlkampfes am 17.8. wenigstens gleichauf mit Rousseff liege. Doch weit gefehlt. Elf Prozentpunkte trennten den Konservativen (32 Prozent) nach einer Umfrage der vorigen Woche von der Lula-Favoritin (43). Von den insgesamt neun Kandidaten gelang nur Ex-Umweltministerin Marina Silva mit 8 Prozent ein Achtungserfolg.</p>
      <p>Der ruhige, patriarchalisch wirkende Serra muss nicht nur gegen Rousseff kämpfen, sondern gegen den übermächtigen Lula und dessen Erfolgsregierung, die nach jüngsten Umfragen Zustimmungswerte von 78 Prozent erreicht. Kritik zu üben wird da zum Balanceakt, denn jede Spitze gegen die amtierende Regierung richtet sich auch gegen die Meinung von mehr als drei Viertel der Brasilianer.</p>
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      <p>Dabei lag Rousseff bis April in den Umfragen noch hinter Serra. Vielen gilt sie im Auftreten als zu unterkühlt, zu berechnend. Doch kann sie gewinnend sein. Teilnehmer kleiner Konferenzrunden loben in höchsten Tönen ihre Effizienz, die enorme Sachkenntnis, das Verhandlungsgeschick und ihre hohe Sozialkompetenz. Lula versucht, sie im Wahlkampf als "Mutter der Nation" hinzustellen, bleibt aber geschickt im Hintergrund, weil er seine Kandidatin nicht als "Marionette" desavouieren will.</p>
      <p>Dass die Ökonomin allein kämpfen kann, bewies sie schon sehr früh während der Militärdiktatur in Brasilien (1964-1985). Sie gehörte dem Widerstand an, lehrte Marxismus-Theorie und war führendes Mitglied in Untergrundorganisationen, die für Banküberfälle und Attentate verantwortlich waren. 1970 wurde sie verhaftet, gefoltert und zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt.</p>
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      <h3>"Ich kämpfe, damit sich Brasilien verändert"</h3>
      <p>Die überzeugte Sozialistin übte den Umgang mit Waffen, bestritt aber stets die Teilnahme an bewaffneten Aktionen. "Ich kämpfte, damit sich Brasilien veränderte, und ich habe mich mit ihm (Brasilien) verändert", pflegt Rousseff zu sagen.</p>
      <p>Auch wenn die Umfragen derzeit eine deutliche Sprache sprechen, entschieden ist noch nichts. Das Rousseff-Lager hält sich mit Vorfreude zurück. Nur zu gut ist das Wahljahr 2006 in Erinnerung. Damals lag Lula vor dem Start der TV-Kampagnen mit 55 Prozent der Stimmen deutlich vor seinem konservativen Rivalen Geraldo Alckmin. Und dann verpasste er die absolute Mehrheit und musste sich seinem Herausforderer in der Stichwahl stellen.</p>
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