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  <ntv:article ntv:readingtime="2" ntv:layout="detail" ntv:agency="Christoph Sator, dpa" ntv:publishdate="03.12.2009 17:50" ntv:section="Archiv" ntv:id="624122" ntv:homesection="Archiv" ntv:url="https://apps.n-tv.de/archiv/Superstar-Lula-zu-Besuch-article624122.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Superstar Lula zu Besuch</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Deutsche Firmen gut im Geschäft</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Gleich bei der Begrüßung unterlief Angela Merkel ein Irrtum. Mit ganz besonderer Herzlichkeit hieß die Kanzlerin Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zum "ersten Staatsbesuch" willkommen. Bei verschiedenen Treffen auf der internationalen Bühne sei man schon "gute Freunde" geworden. Das mag so sein, die beiden duzen sich sogar. Nur: Der erste Staatsbesuch in Deutschland ist es für Lula "eigentlich nicht", wie der Präsident selbst höflich korrigierte. 2003 war er schon einmal in Berlin.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><h3>Vom Straßenverkäufer zum Präsident</h3><p>Allerdings ist der Lapsus durchaus verständlich. Denn im Vergleich zum ersten Deutschland-Aufenthalt hat sich viel geändert. Damals war Lula neu im Amt und einer von vielen. Heute gehört der 64-Jährige zu den Superstars der internationalen Politik. Im eigenen Land kommt der ehemalige Straßenverkäufer auf Zustimmungsraten um die 80 Prozent. Und auswärts wird er als Chef eines Landes hofiert, das dabei ist, zu einer der fünf größten Volkswirtschaften aufzusteigen.</p><h3>"Beliebtester Politiker der Erde"</h3><p>US-Präsident Barack Obama ernannte Lula gar zum "beliebtesten Politiker der Erde". Und in der Tat wird der kleine Mann mit dem sorgfältig gestutzten Bart fast überall gemocht. Selbst der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad äußert sich lobend über ihn. </p><p>Dementsprechend fiel auch das Programm in Berlin aus: Nach dem Empfang durch Bundespräsident Horst Köhler ging es zur Unterzeichnung von gleich vier Kooperationsabkommen ins Kanzleramt. Beim Mittagessen waren dann auch viele Spitzen der deutschen Industrie dabei.</p><h3>Deutsche Industrie sehr interessiert</h3><div id="624147"></div><p>Das große Interesse hat seinen Grund. Brasilien gehört zu den Nationen, die international immer mehr an Bedeutung zulegen. Und unter den vier größten Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China (abgekürzt: BRIC) steht es derzeit am besten da. Brasilien wächst schneller als Russland, leidet nicht unter ethnischen Konflikten wie Indien und ist im Unterschied zu China eine stabile Demokratie. Fast alle Experten sagen dem 192-Millionen-Einwohner-Land ein Jahrzehnt von Wohlstand und Wachstum voraus.</p><h3>WM und Olympia in Brasilien</h3><p>Und wegen zweier Großereignisse im Sport ist weltweite Aufmerksamkeit weiter garantiert: 2014 wird Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten, zwei Jahre später sind in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele. </p><div id="native11"></div><p>Davon will auch Deutschland profitieren. Die Kanzlerin bot jedenfalls großzügige Hilfe an. Als Veranstalter der vielgelobten Fußball-WM 2006 könne man zum Beispiel im Umgang mit ausländischen Fans viel Erfahrung beisteuern. Das kann gerade für Rio mit seiner hohen Kriminalitätsrate von Bedeutung sein.</p><p>Natürlich hofft aber auch die deutsche Wirtschaft darauf, dass sie bei den Infrastrukturprojekten zum Zuge kommt, die für die beiden Großereignisse erforderlich sind. Insgesamt will Brasilien in den nächsten Jahren mehr als 200 Milliarden Euro in seine Infrastruktur stecken: Unter anderem müssen Flughäfen, Straßen und der öffentliche Nahverkehr modernisiert werden. Auch bei der Wasser- und Abfallentsorgung stehen Großaufträge an.</p><div id="mid1"></div><h3>Deutsche Firmen gut im Geschäft</h3><div id="624146"></div><p>Lula verwies bei der Gelegenheit schon mal darauf, dass deutsche Firmen in seiner Heimat schon seit den 1950er Jahren gut im Geschäft sind. Heute sind dort mehr als 1200 deutsche Unternehmen aktiv. Mit einem Handelsvolumen von knapp 18 Milliarden Euro ist Deutschland wichtigster Wirtschaftspartner in der EU. Aber wenn es nach dem Präsidenten geht, könnte das noch mehr werden. "Wir wollen zeigen, welche Chancen es für neue Partnerschaften in unserem Land gibt."</p><p>Zweite Deutschland-Station Lulas ist nach Hamburg; die Fahrt dorthin im ICE unternimmt er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bahn-Chef Rüdiger Grube. Auch dabei geht es ums Geschäft. Der Brasilianer soll sich einen persönlichen Eindruck vom deutschen Hochgeschwindigkeitszug machen - weil in Brasilien ein solcher "Trem-Bala" die Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro verbinden soll. Geschätzte Gesamtkosten: 13,3 Milliarden Euro.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Gleich bei der Begrüßung unterlief Angela Merkel ein Irrtum. Mit ganz besonderer Herzlichkeit hieß die Kanzlerin Brasiliens Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva zum "ersten Staatsbesuch" willkommen. Bei verschiedenen Treffen auf der internationalen Bühne sei man schon "gute Freunde" geworden. Das mag so sein, die beiden duzen sich sogar. Nur: Der erste Staatsbesuch in Deutschland ist es für Lula "eigentlich nicht", wie der Präsident selbst höflich korrigierte. 2003 war er schon einmal in Berlin.</p>
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      <h3>Vom Straßenverkäufer zum Präsident</h3>
      <p>Allerdings ist der Lapsus durchaus verständlich. Denn im Vergleich zum ersten Deutschland-Aufenthalt hat sich viel geändert. Damals war Lula neu im Amt und einer von vielen. Heute gehört der 64-Jährige zu den Superstars der internationalen Politik. Im eigenen Land kommt der ehemalige Straßenverkäufer auf Zustimmungsraten um die 80 Prozent. Und auswärts wird er als Chef eines Landes hofiert, das dabei ist, zu einer der fünf größten Volkswirtschaften aufzusteigen.</p>
      <h3>"Beliebtester Politiker der Erde"</h3>
      <p>US-Präsident Barack Obama ernannte Lula gar zum "beliebtesten Politiker der Erde". Und in der Tat wird der kleine Mann mit dem sorgfältig gestutzten Bart fast überall gemocht. Selbst der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad äußert sich lobend über ihn.</p>
      <p>Dementsprechend fiel auch das Programm in Berlin aus: Nach dem Empfang durch Bundespräsident Horst Köhler ging es zur Unterzeichnung von gleich vier Kooperationsabkommen ins Kanzleramt. Beim Mittagessen waren dann auch viele Spitzen der deutschen Industrie dabei.</p>
      <h3>Deutsche Industrie sehr interessiert</h3>
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      <p>Das große Interesse hat seinen Grund. Brasilien gehört zu den Nationen, die international immer mehr an Bedeutung zulegen. Und unter den vier größten Schwellenländern Brasilien, Russland, Indien und China (abgekürzt: BRIC) steht es derzeit am besten da. Brasilien wächst schneller als Russland, leidet nicht unter ethnischen Konflikten wie Indien und ist im Unterschied zu China eine stabile Demokratie. Fast alle Experten sagen dem 192-Millionen-Einwohner-Land ein Jahrzehnt von Wohlstand und Wachstum voraus.</p>
      <h3>WM und Olympia in Brasilien</h3>
      <p>Und wegen zweier Großereignisse im Sport ist weltweite Aufmerksamkeit weiter garantiert: 2014 wird Brasilien die Fußball-Weltmeisterschaft ausrichten, zwei Jahre später sind in Rio de Janeiro die Olympischen Spiele.</p>
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      <p>Davon will auch Deutschland profitieren. Die Kanzlerin bot jedenfalls großzügige Hilfe an. Als Veranstalter der vielgelobten Fußball-WM 2006 könne man zum Beispiel im Umgang mit ausländischen Fans viel Erfahrung beisteuern. Das kann gerade für Rio mit seiner hohen Kriminalitätsrate von Bedeutung sein.</p>
      <p>Natürlich hofft aber auch die deutsche Wirtschaft darauf, dass sie bei den Infrastrukturprojekten zum Zuge kommt, die für die beiden Großereignisse erforderlich sind. Insgesamt will Brasilien in den nächsten Jahren mehr als 200 Milliarden Euro in seine Infrastruktur stecken: Unter anderem müssen Flughäfen, Straßen und der öffentliche Nahverkehr modernisiert werden. Auch bei der Wasser- und Abfallentsorgung stehen Großaufträge an.</p>
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      <h3>Deutsche Firmen gut im Geschäft</h3>
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      <p>Zweite Deutschland-Station Lulas ist nach Hamburg; die Fahrt dorthin im ICE unternimmt er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Bahn-Chef Rüdiger Grube. Auch dabei geht es ums Geschäft. Der Brasilianer soll sich einen persönlichen Eindruck vom deutschen Hochgeschwindigkeitszug machen - weil in Brasilien ein solcher "Trem-Bala" die Metropolen São Paulo und Rio de Janeiro verbinden soll. Geschätzte Gesamtkosten: 13,3 Milliarden Euro.</p>
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