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  <ntv:article ntv:readingtime="3" ntv:layout="detail" ntv:agency="rts" ntv:publishdate="28.06.2010 16:32" ntv:section="Wirtschaft" ntv:id="943504" ntv:homesection="Wirtschaft" ntv:url="https://apps.n-tv.de/wirtschaft/BIZ-warnt-vor-neuer-Krise-article943504.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">BIZ warnt vor neuer Krise</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Wackliges Finanzsystem</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Die älteste internationale Finanzinstitution der Welt warnt vor einer neuen Finanz- und Wirtschaftskrise. Nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich fehlt nur ein Stein des Anstoßes. Anders als bei der letzten Krise sind die Kassen zur Krisenintervention nun jedoch leer.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt mit deutlichen Worten vor der Gefahr einer neue Finanz- und Wirtschaftskrise. "Verbleibende Schwächen des Finanzsystems zusammen mit den Nebenwirkungen der anhaltenden Intensivbehandlung drohen einen Rückfall des Patienten zu verursachen und die Reformbestrebungen zu untergraben", schreibt die auch als Bank der Notenbanken bekannte BIZ in ihrem Jahresbericht. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten in der ersten Jahreshälfte hätten die geringe Stabilität des Finanzsystems in der industrialisierten Welt deutlich gemacht, heißt es in der mehr als 200 Seiten starken Analyse von Weltwirtschaft und Finanzsystem.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>"Was wir Ende 2008 und Anfang 2009 erlebt haben, könnte sich durch einen Schock beliebiger Größenordnung wiederholen", warnt die älteste internationale Finanzinstitution der Welt. "Jedoch besteht im Gegensatz zu jener Krise kaum noch Spielraum." BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana ging in seiner Rede vor der Jahreshauptversammlung sogar noch einen Schritt weiter: "Der Spielraum für wirtschaftspolitische Maßnahmen ist enger geworden." Die Baseler Ökonomen haben sich einen Ruf als eine Art Frühwarnsystem für internationale Krisen gemacht. Sie hatten bereits Jahre vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 vor einer Überhitzung am US-Immobilienmarkt und einer daraus resultierenden weltweiten Kettenreaktion gewarnt.</p><h3>Mittel und Möglichkeiten begrenzt</h3><p>Im Kampf gegen eine Kernschmelze des Finanzsektors und den schwersten Konjunkturabsturz seit Jahrzehnten hatten Regierungen in aller Welt milliardenschwere Konjunkturpakete geschnürt. Gleichzeitig versuchten die Zentralbanken, mit massiven Leitzinssenkungen und anderen Maßnahmen Schlimmeres zu verhindern. Diese in den meisten Volkswirtschaften bislang durchaus erfolgreichen Bemühungen könnten nun aber neue Probleme aufwerfen, warnt die BIZ: "Sollte es zu einer weiteren Krise kommen, wären Mittel und Möglichkeiten für erneute Eingriffe begrenzt". Gefordert seien deshalb eine rasche Sanierung der Staatshaushalte und eine geldpolitische Kehrtwende der Notenbanken. Die BIZ drückt dabei trotz des Risikos den Aufschwung wieder abzuwürgen aufs Tempo: "Wir können mit der Normalisierung der Wirtschaftspolitik nicht warten, bis wieder ein kräftiges Wirtschaftswachstum eingesetzt hat", sagte Caruana.</p><h3>"Nicht mehr tragbares Niveau"</h3><p>Welche Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte und für die Wirtschaft durch ausufernde Schuldenberge drohten, hätten die Probleme in der Euro-Zone und namentlich in Griechenland gezeigt, schreiben die Baseler Experten. "Die griechische Staatsschuldenkrise gefährdet ohne Zweifel die beginnende Erholung der europäischen Konjunktur von der tiefen Rezession, in die die letzte Krise geführt hat." Der Vertrauensverlust sei immens, die Staatsverschuldung habe in vielen Industrieländern "ein nicht mehr tragbares Niveau" erreicht. Deshalb müssten die Regierungen nun sparen und mit Strukturreformen die Wirtschaft wetterfest machen - auch um den Preis kurzfristiger Wachstumsverluste. "Die Alternative - ein plötzlicher Vertrauensverlust an den Märkten - wäre weit schlimmer."</p><p>Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer hatten sich am Wochenende in Toronto auf einen Zeitplan für den Abbau der Schuldenberge geeinigt, die Reform des Weltfinanzsystems jedoch bis zum nächsten Gipfeltreffen im Herbst in Seoul vertagt. Die BIZ warnt davor, es bei Reparaturarbeiten an der Finanzarchitektur zu belassen und eine Renovierung des beinahe zusammengebrochenen Systems auf die lange Bank zu schieben. Nach rund drei Jahren Krise seien die kurzfristig wirksamen Gegenmittel von Regierungen und Notenbanken erschöpft, weshalb die Ursachen des Übels endlich an den Wurzeln gepackt werden müssten: "Der Abschluss der Reformen des Finanzsystems ist noch dringlicher geworden. Die grundlegende Reform des Finanzsystems muss zum Abschluss gebracht werden, um das System auf ein solideres Fundament zu stellen."</p><p>Die größten Risiken sieht die BIZ nach wie vor innerhalb des Finanzsystems. Dessen Erholung von der Krise sei "unvollständig und fragil", der Abbau des Fremdfinanzierungsanteils und die Sanierung der Bilanzen der Banken seien "bei weitem nicht abgeschlossen. Zwar haben die Banken die Gewinnzone wieder erreicht und ihre Fremdkapitalanteile abgebaut, dennoch bleiben Zweifel an der Nachhaltigkeit der Gewinnsituation." Die Notenbanken könnten wegen der Nebenwirkungen ihrer Krisenpolitik gezwungen sein, ihre Geldpolitik früher zu straffen, als die wirtschaftlichen Aussichten allein nahelegen würden.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt mit deutlichen Worten vor der Gefahr einer neue Finanz- und Wirtschaftskrise. "Verbleibende Schwächen des Finanzsystems zusammen mit den Nebenwirkungen der anhaltenden Intensivbehandlung drohen einen Rückfall des Patienten zu verursachen und die Reformbestrebungen zu untergraben", schreibt die auch als Bank der Notenbanken bekannte BIZ in ihrem Jahresbericht. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten in der ersten Jahreshälfte hätten die geringe Stabilität des Finanzsystems in der industrialisierten Welt deutlich gemacht, heißt es in der mehr als 200 Seiten starken Analyse von Weltwirtschaft und Finanzsystem.</p>
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      <p>"Was wir Ende 2008 und Anfang 2009 erlebt haben, könnte sich durch einen Schock beliebiger Größenordnung wiederholen", warnt die älteste internationale Finanzinstitution der Welt. "Jedoch besteht im Gegensatz zu jener Krise kaum noch Spielraum." BIZ-Generaldirektor Jaime Caruana ging in seiner Rede vor der Jahreshauptversammlung sogar noch einen Schritt weiter: "Der Spielraum für wirtschaftspolitische Maßnahmen ist enger geworden." Die Baseler Ökonomen haben sich einen Ruf als eine Art Frühwarnsystem für internationale Krisen gemacht. Sie hatten bereits Jahre vor Ausbruch der Finanzkrise Mitte 2007 vor einer Überhitzung am US-Immobilienmarkt und einer daraus resultierenden weltweiten Kettenreaktion gewarnt.</p>
      <h3>Mittel und Möglichkeiten begrenzt</h3>
      <p>Im Kampf gegen eine Kernschmelze des Finanzsektors und den schwersten Konjunkturabsturz seit Jahrzehnten hatten Regierungen in aller Welt milliardenschwere Konjunkturpakete geschnürt. Gleichzeitig versuchten die Zentralbanken, mit massiven Leitzinssenkungen und anderen Maßnahmen Schlimmeres zu verhindern. Diese in den meisten Volkswirtschaften bislang durchaus erfolgreichen Bemühungen könnten nun aber neue Probleme aufwerfen, warnt die BIZ: "Sollte es zu einer weiteren Krise kommen, wären Mittel und Möglichkeiten für erneute Eingriffe begrenzt". Gefordert seien deshalb eine rasche Sanierung der Staatshaushalte und eine geldpolitische Kehrtwende der Notenbanken. Die BIZ drückt dabei trotz des Risikos den Aufschwung wieder abzuwürgen aufs Tempo: "Wir können mit der Normalisierung der Wirtschaftspolitik nicht warten, bis wieder ein kräftiges Wirtschaftswachstum eingesetzt hat", sagte Caruana.</p>
      <h3>"Nicht mehr tragbares Niveau"</h3>
      <p>Welche Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte und für die Wirtschaft durch ausufernde Schuldenberge drohten, hätten die Probleme in der Euro-Zone und namentlich in Griechenland gezeigt, schreiben die Baseler Experten. "Die griechische Staatsschuldenkrise gefährdet ohne Zweifel die beginnende Erholung der europäischen Konjunktur von der tiefen Rezession, in die die letzte Krise geführt hat." Der Vertrauensverlust sei immens, die Staatsverschuldung habe in vielen Industrieländern "ein nicht mehr tragbares Niveau" erreicht. Deshalb müssten die Regierungen nun sparen und mit Strukturreformen die Wirtschaft wetterfest machen - auch um den Preis kurzfristiger Wachstumsverluste. "Die Alternative - ein plötzlicher Vertrauensverlust an den Märkten - wäre weit schlimmer."</p>
      <p>Die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer hatten sich am Wochenende in Toronto auf einen Zeitplan für den Abbau der Schuldenberge geeinigt, die Reform des Weltfinanzsystems jedoch bis zum nächsten Gipfeltreffen im Herbst in Seoul vertagt. Die BIZ warnt davor, es bei Reparaturarbeiten an der Finanzarchitektur zu belassen und eine Renovierung des beinahe zusammengebrochenen Systems auf die lange Bank zu schieben. Nach rund drei Jahren Krise seien die kurzfristig wirksamen Gegenmittel von Regierungen und Notenbanken erschöpft, weshalb die Ursachen des Übels endlich an den Wurzeln gepackt werden müssten: "Der Abschluss der Reformen des Finanzsystems ist noch dringlicher geworden. Die grundlegende Reform des Finanzsystems muss zum Abschluss gebracht werden, um das System auf ein solideres Fundament zu stellen."</p>
      <p>Die größten Risiken sieht die BIZ nach wie vor innerhalb des Finanzsystems. Dessen Erholung von der Krise sei "unvollständig und fragil", der Abbau des Fremdfinanzierungsanteils und die Sanierung der Bilanzen der Banken seien "bei weitem nicht abgeschlossen. Zwar haben die Banken die Gewinnzone wieder erreicht und ihre Fremdkapitalanteile abgebaut, dennoch bleiben Zweifel an der Nachhaltigkeit der Gewinnsituation." Die Notenbanken könnten wegen der Nebenwirkungen ihrer Krisenpolitik gezwungen sein, ihre Geldpolitik früher zu straffen, als die wirtschaftlichen Aussichten allein nahelegen würden.</p>
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