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  <ntv:article ntv:readingtime="3" ntv:layout="detail" ntv:agency="Eckart Gienke und Peter Lessmann, dpa" ntv:publishdate="24.06.2010 08:48" ntv:section="Wirtschaft" ntv:id="937515" ntv:homesection="Wirtschaft" ntv:url="https://apps.n-tv.de/wirtschaft/Das-schlaue-Stromnetz-kommt-article937515.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Das schlaue Stromnetz kommt</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Branche im Umbruch</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird für die Stromversorger zum Kraftakt. Die Netze müssen intelligent aufgerüstet werden, um die schwankenden Zulieferungen zu bewältigen.</ntv:field>
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      <ntv:field ntv:name="caption">Zukünftig sollen Smart Grids auf das Problem schwankender Angebote und schwankender Nachfrage reagieren können.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Beim schleswig-holsteinischen Stromnetzbetreiber Eon Hanse herrscht Hochbetrieb. Woche für Woche treffen einige hundert Anträge von kleinen Stromerzeugern bei dem Unternehmen in Quickborn bei Hamburg ein. Sie wollen Strom in das Hanse-Netz einspeisen, den sie mit Solarmodulen auf ihren Dächern, mit einer Windkraftanlage, einem Blockheizkraftwerk oder mit Biomasse erzeugen. Allein in den ersten fünf Monaten landeten 5000 Anträge auf den Tischen der Sachbearbeiter. "Und dabei sind wir ein vergleichsweise kleines, regionales Netzunternehmen", seufzt Unternehmenssprecher Ove Struck.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Auf die Großen der Branche kommen noch ganz andere Probleme mit ihren Netzen zu. Nicht nur die vielen dezentralen Stromquellen, die verstärkt an die Stelle von Großkraftwerke treten werden, machen ihnen zu schaffen. Vor allem der massive Ausbau der erneuerbaren Energie ist mit dem heute installierten Netz nicht zu bewältigen. Politisch ist besiegelt, dass Deutschland in zehn Jahren 30 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen soll. Europaweit sind es 20 Prozent.</p><h3>Milliarden für die Windkraft</h3><p>Gerade hat der Energiekonzern RWE das größte bislang genehmigte Offshore-Windprojekt in der irischen See vorgestellt. Das sind 160 Windturbinen mit einer Leistung von 576 Megawatt und mutet geradezu bescheiden an gegenüber Projekten, die noch auf der Agenda stehen. Auf der Doggerbank in der Nordsee wollen Stromkonzerne zum Beispiel Windkraftanlagen mit einer Kapazität bis zu 9000 Megawatt bauen. Das entspricht sieben Atomkraftwerken.</p><div id="937523"></div><p>"Nur mit einem massiven Ausbau der Offshore-Windenergie lassen sich die klimapolitischen Ziele erreichen", sagt Fritz Vahrenholt, der bei RWE für die erneuerbaren Energien zuständig ist. Auch Branchenprimus Eon hat die Zeichen der Zeit erkannt, nachdem der Konzern die regenerativen Energien lange Zeit stiefmütterlich behandelt hatte: Milliarden-Investitionen pumpt das Unternehmen inzwischen in den Ausbau der Windkraft und anderen regenerativen Energien.</p><h3>Intelligente Netze sollen regulieren</h3><p>Die gewaltigen Strommengen aus entlegenen Gegenden müssen aber nicht nur einfach in ein Stromnetz eingespeist werden, sie fallen je nach Wetterlage auch unregelmäßig an. Auf der anderen Seite ist der Stromverbrauch nicht gleichmäßig über den Tag, die Woche und das Jahr verteilt. Die Folge: Verbrauchsspitzen können auf eine geringe Erzeugungsleistung treffen oder umgekehrt eine hohe Stromproduktion auf schwache Nachfrage. Dann wird der Strom an der Strombörse entweder sehr teuer oder er wird glatt verschenkt.</p><p>Intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, sollen die Probleme in den Griff bekommen. "Es geht im Prinzip um die Steuerbarkeit und Regulierbarkeit von Energieströmen", sagt Christoph Preuß, von der Rheinenergie in Köln. Für die Aufrüstung dieser Netze in Deutschland sind bis 2020 nach Expertenschätzung Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro erforderlich, um eine halbwegs flächendeckende Versorgung zu erreichen. "Moderne, intelligente Stromnetze werden sich zu einer Art Elektro-Internet entwickeln", prophezeit der frühere Eon-Chef Wulf Bernotat.</p><div id="native11"></div><h3>Pilotversuch für schlaue Stromzähler</h3><p>Es beginnt mit neuen digitalen Stromzählern bei den Endkunden, mit welchen diese den Verbrauch steuern können. Zahlreiche Versorger testen die neuen digitalen Messgeräte derzeit in Pilotversuchen. Seit Jahresanfang ist ihr Einbau in Neubauten Pflicht. Eon will in Europa in diesem Jahr 1,8 Millionen Geräte installiert haben und sieht sich in Deutschland als ein Vorreiter der Technologie. Bundesweit vermarktet nach eigenen Angaben bislang aber nur die EnBW-Tochter Yello Strom die schlauen Stromzähler.</p><p>Das denkende Stromnetz soll aber noch mehr leisten, nämlich ein intelligentes Verteilnetz bereitstellen - und zwar durch den Einsatz von modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Elektroautos dienen dabei nicht nur dem Klimaschutz. Beim Auftanken über Nacht können die Batterien von hundertausenden von E-Autos als Speicher dienen und Strom ins Netz einspeisen. Der Verbraucher ist Konsument und Produzent zugleich, er wird zum Proconsumer.</p><div id="mid1"></div><p>Vieles ist noch Zukunftsmusik. Aber Experten wie der Kieler Professor Eberhard Hoffmann-Berling erwarten, dass sich um die Energiewirtschaft eine andere Branche mit neuartigen Produkten und Dienstleistungen entwickelt. Die notwendigen Investitionen sind gigantisch. Europaweit ist von Beträgen von 400 Milliarden Euro die Rede. Genau sagen kann das niemand. Klar ist aber, das ein großer neuer Markt entsteht. Und von dem werden wie Siemens und Areva, Cisco und Telekom ebenso profitieren wie kleine und mittlere Anlagenbauer, Software-Hersteller oder Dienstleister.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Beim schleswig-holsteinischen Stromnetzbetreiber Eon Hanse herrscht Hochbetrieb. Woche für Woche treffen einige hundert Anträge von kleinen Stromerzeugern bei dem Unternehmen in Quickborn bei Hamburg ein. Sie wollen Strom in das Hanse-Netz einspeisen, den sie mit Solarmodulen auf ihren Dächern, mit einer Windkraftanlage, einem Blockheizkraftwerk oder mit Biomasse erzeugen. Allein in den ersten fünf Monaten landeten 5000 Anträge auf den Tischen der Sachbearbeiter. "Und dabei sind wir ein vergleichsweise kleines, regionales Netzunternehmen", seufzt Unternehmenssprecher Ove Struck.</p>
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      <p>Auf die Großen der Branche kommen noch ganz andere Probleme mit ihren Netzen zu. Nicht nur die vielen dezentralen Stromquellen, die verstärkt an die Stelle von Großkraftwerke treten werden, machen ihnen zu schaffen. Vor allem der massive Ausbau der erneuerbaren Energie ist mit dem heute installierten Netz nicht zu bewältigen. Politisch ist besiegelt, dass Deutschland in zehn Jahren 30 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen soll. Europaweit sind es 20 Prozent.</p>
      <h3>Milliarden für die Windkraft</h3>
      <p>Gerade hat der Energiekonzern RWE das größte bislang genehmigte Offshore-Windprojekt in der irischen See vorgestellt. Das sind 160 Windturbinen mit einer Leistung von 576 Megawatt und mutet geradezu bescheiden an gegenüber Projekten, die noch auf der Agenda stehen. Auf der Doggerbank in der Nordsee wollen Stromkonzerne zum Beispiel Windkraftanlagen mit einer Kapazität bis zu 9000 Megawatt bauen. Das entspricht sieben Atomkraftwerken.</p>
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      <p>"Nur mit einem massiven Ausbau der Offshore-Windenergie lassen sich die klimapolitischen Ziele erreichen", sagt Fritz Vahrenholt, der bei RWE für die erneuerbaren Energien zuständig ist. Auch Branchenprimus Eon hat die Zeichen der Zeit erkannt, nachdem der Konzern die regenerativen Energien lange Zeit stiefmütterlich behandelt hatte: Milliarden-Investitionen pumpt das Unternehmen inzwischen in den Ausbau der Windkraft und anderen regenerativen Energien.</p>
      <h3>Intelligente Netze sollen regulieren</h3>
      <p>Die gewaltigen Strommengen aus entlegenen Gegenden müssen aber nicht nur einfach in ein Stromnetz eingespeist werden, sie fallen je nach Wetterlage auch unregelmäßig an. Auf der anderen Seite ist der Stromverbrauch nicht gleichmäßig über den Tag, die Woche und das Jahr verteilt. Die Folge: Verbrauchsspitzen können auf eine geringe Erzeugungsleistung treffen oder umgekehrt eine hohe Stromproduktion auf schwache Nachfrage. Dann wird der Strom an der Strombörse entweder sehr teuer oder er wird glatt verschenkt.</p>
      <p>Intelligente Netze, sogenannte Smart Grids, sollen die Probleme in den Griff bekommen. "Es geht im Prinzip um die Steuerbarkeit und Regulierbarkeit von Energieströmen", sagt Christoph Preuß, von der Rheinenergie in Köln. Für die Aufrüstung dieser Netze in Deutschland sind bis 2020 nach Expertenschätzung Investitionen in Höhe von 20 Milliarden Euro erforderlich, um eine halbwegs flächendeckende Versorgung zu erreichen. "Moderne, intelligente Stromnetze werden sich zu einer Art Elektro-Internet entwickeln", prophezeit der frühere Eon-Chef Wulf Bernotat.</p>
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      <h3>Pilotversuch für schlaue Stromzähler</h3>
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      <p>Das denkende Stromnetz soll aber noch mehr leisten, nämlich ein intelligentes Verteilnetz bereitstellen - und zwar durch den Einsatz von modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Elektroautos dienen dabei nicht nur dem Klimaschutz. Beim Auftanken über Nacht können die Batterien von hundertausenden von E-Autos als Speicher dienen und Strom ins Netz einspeisen. Der Verbraucher ist Konsument und Produzent zugleich, er wird zum Proconsumer.</p>
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