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  <ntv:article ntv:readingtime="3" ntv:layout="detail" ntv:agency="Ulrike Koltermann, dpa" ntv:publishdate="20.01.2010 10:15" ntv:section="Wirtschaft" ntv:id="687248" ntv:homesection="Wirtschaft" ntv:url="https://apps.n-tv.de/wirtschaft/Die-strahlende-Anne-article687248.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Die strahlende Anne</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Frauen in der Wirtschaft</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">"Atomic Anne" nennt sie die US-Presse. Anne Lauvergeon, Chefin des französischen Atomkonzerns Areva und damit Frankreichs mächtigste Frau, die die Meinungen spaltet.</ntv:field>
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      <ntv:field ntv:name="caption">Sie vertrage keine Niederlagen, sagt Anne Lauvergeon sagt über sich selbst.</ntv:field>
      <ntv:field ntv:name="credits">ASSOCIATED PRESS</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Sie las Tolstoi, als über Weihnachten der Anruf kam. Ein Präsidentenberater teilte der Chefin des Atomkonzerns mit, dass ihr ein fetter Auftrag durch die Lappen gegangen sei. 20 Milliarden Euro standen auf dem Spiel. Doch die Vereinigten Arabischen Emirate wollten ihre Atomreaktoren doch lieber von den Südkoreanern bauen lassen als von den teureren und mutmaßlich komplizierteren Franzosen. Ein heftiger Schlag für Anne Lauvergeon, Chefin des französischen Atomkonzerns Areva.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Doch Lauvergeon lässt sich so leicht nicht entmutigen. Sonst wäre sie nie das geworden, was sie heute ist: Die mächtigste Frau Frankreichs, deren Konzern weltweit mehr als 75.000 Beschäftigte hat und mehr als 13 Milliarden Euro Umsatz macht. "Niederlagen vertrage ich nicht", sagte die 50-Jährige einmal über sich.</p><p>Lauvergeon spaltet Meinungen wie Atome: Die einen sehen in ihr die brillante, unerschrockene Geschäftsfrau, die auch Politikern die Stirn bietet. Selbst Präsident Nicolas Sarkozy gab sie einen Korb, als dieser sie auf einen Ministerposten holen wollte.</p><h3>Sie lässt keinen kalt</h3><p>Ihre Gegner halten sie für eine eiskalt lächelnde Domina auf Stöckelschuhen, die ihre Machtposition immer weiter ausbaut und skrupellos Atomkraftwerke in alle Welt verkauft - ohne mögliche Folgen für die Umwelt zu bedenken. "Es stimmt, dass ich niemanden gleichgültig lasse, vielleicht weil ich mich nicht so leicht verbiegen lasse und es nicht jedem Recht machen will", sagt sie von sich selbst.</p><p>Ihren Erfolg in der Geschäftswelt verdankt sie nicht zuletzt der Tatsache, dass sie genau weiß, wie Politiker funktionieren. Der sozialistische Präsident François Mitterrand war auf die junge Physikerin aufmerksam geworden und macht sie zur Chefunterhändlerin, einer Sherpa, die für ihn die internationalen Gipfeltreffen vorbereitete.</p><p>In dieser Zeit hat sie nicht nur das knallharte Verhandeln gelernt, sondern vor allem wertvolle Kontakte geknüpft, unter anderem zum damaligen Sherpa-Kollegen und heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler. Bei späteren Staatsbesuchen, auf denen sie als Unternehmenschefin dabei war, war sie häufig die einzige in der Delegation, die die ausländischen Staatschefs persönlich kannte.</p><div id="native11"></div><h3>"Nespresso-Strategie" - nur für die Atomsparte</h3><p>Als sie 1999 nach einem Abstecher zu einer Bank in New York in die Atomindustrie wechselte, galt die Sparte als verstaubt und intransparent. Der Firmensitz am Stadtrand von Paris war immer noch im Stil der 70er Jahre eingerichtet. Als Symbol der neuen Offenheit ließ Lauvergeon unter anderem Webcams in der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague installieren.</p><div id="687243"></div><p>Zwei Jahre nach ihre Ernennung zur Chefin des staatlichen Uran-Konzerns Cogéma wirbelte sie die komplette Atomsparte auf. Aus der Fusion mit dem Reaktorbauer Framatome entstand der Konzern Areva, dessen Namen an eine spanische Zisterzienserabtei erinnert, die sie mit ihren Eltern in ihrer Kindheit besuchte. Mit ihrem Konzern verfolgt sie die "Nespresso-Strategie": Die Kunden sollten nicht nur die Kaffeemaschinen kaufen, also die Reaktoren, sondern auch die Kapseln, den Brennstoff. Lauvergeon will Areva zum weltweit führende Anbieter der gesamten Atomproduktion machen - von den Uranminen über die Reaktoren bis zur Wiederaufbereitung.</p><div id="mid1"></div><p>Ihre forsche Art hat ihr oft geholfen, durchzusetzen, was sie wollte. Aber sie hat ihr auch eine Menge Feinde eingebracht. Einer von ihnen ist Henri Proglio, der neue Chef des Stromkonzerns EDF, der schon vor seiner Amtsübernahme hat durchblicken lassen, dass er die Atomsparte gerne neu ordnen würde - und sich dann selber an der Spitze sähe.</p><h3>Energiequelle Familie</h3><p>Derzeit steht Lauvergeon mächtig unter Druck: Siemens hatte Anfang 2009 seinen Ausstieg aus Areva NP angekündigt, an dem der Konzern 34 Prozent hielt, um sich stattdessen mit dem Russen Rosatom zusammenzutun. "Das hilft uns, die Kapitalerhöhung zu beschleunigen", bemerkte sie trocken, als sie den Schock verdaut hatte. Der EPR-Reaktor in Finnland, den Areva gerne als Vorzeigeobjekt für den weiteren Reaktor-Export nutzen würde, macht auch kräftig Probleme: Die Arbeiten verzögern sich immer weiter, die Kosten steigen drastisch, und die Atombehörden haben nun auch noch Sicherheitsmängel festgestellt.</p><div id="12064"></div><p>Lauvergeon hofft, vom weltweiten Aufschwung der Atomkraft in Folge des Klimawandels zu profitieren. Sie betont immer wieder, dass Atomenergie so gut wie keine Treibhausgase produziere. Aber "Atomic Anne", wie die US-Presse sie nennt, will auch nicht ausschließlich darauf setzen: "Atomkraft ist nicht die Lösung, aber ein Teil der Lösung", sagt sie.</p><p>Über ihr Privatleben dringt nur wenig an die Öffentlichkeit. Mit 40 bekam sie das erste von zwei Kindern. Interviews gibt sie extrem selten, in der Klatschpresse taucht sie auch nicht auf. Für Anne Lauvergeon ist die wichtigste Energiequelle immer noch die eigene Familie.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Sie las Tolstoi, als über Weihnachten der Anruf kam. Ein Präsidentenberater teilte der Chefin des Atomkonzerns mit, dass ihr ein fetter Auftrag durch die Lappen gegangen sei. 20 Milliarden Euro standen auf dem Spiel. Doch die Vereinigten Arabischen Emirate wollten ihre Atomreaktoren doch lieber von den Südkoreanern bauen lassen als von den teureren und mutmaßlich komplizierteren Franzosen. Ein heftiger Schlag für Anne Lauvergeon, Chefin des französischen Atomkonzerns Areva.</p>
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      <p>Doch Lauvergeon lässt sich so leicht nicht entmutigen. Sonst wäre sie nie das geworden, was sie heute ist: Die mächtigste Frau Frankreichs, deren Konzern weltweit mehr als 75.000 Beschäftigte hat und mehr als 13 Milliarden Euro Umsatz macht. "Niederlagen vertrage ich nicht", sagte die 50-Jährige einmal über sich.</p>
      <p>Lauvergeon spaltet Meinungen wie Atome: Die einen sehen in ihr die brillante, unerschrockene Geschäftsfrau, die auch Politikern die Stirn bietet. Selbst Präsident Nicolas Sarkozy gab sie einen Korb, als dieser sie auf einen Ministerposten holen wollte.</p>
      <h3>Sie lässt keinen kalt</h3>
      <p>Ihre Gegner halten sie für eine eiskalt lächelnde Domina auf Stöckelschuhen, die ihre Machtposition immer weiter ausbaut und skrupellos Atomkraftwerke in alle Welt verkauft - ohne mögliche Folgen für die Umwelt zu bedenken. "Es stimmt, dass ich niemanden gleichgültig lasse, vielleicht weil ich mich nicht so leicht verbiegen lasse und es nicht jedem Recht machen will", sagt sie von sich selbst.</p>
      <p>Ihren Erfolg in der Geschäftswelt verdankt sie nicht zuletzt der Tatsache, dass sie genau weiß, wie Politiker funktionieren. Der sozialistische Präsident François Mitterrand war auf die junge Physikerin aufmerksam geworden und macht sie zur Chefunterhändlerin, einer Sherpa, die für ihn die internationalen Gipfeltreffen vorbereitete.</p>
      <p>In dieser Zeit hat sie nicht nur das knallharte Verhandeln gelernt, sondern vor allem wertvolle Kontakte geknüpft, unter anderem zum damaligen Sherpa-Kollegen und heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler. Bei späteren Staatsbesuchen, auf denen sie als Unternehmenschefin dabei war, war sie häufig die einzige in der Delegation, die die ausländischen Staatschefs persönlich kannte.</p>
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      <h3>"Nespresso-Strategie" - nur für die Atomsparte</h3>
      <p>Als sie 1999 nach einem Abstecher zu einer Bank in New York in die Atomindustrie wechselte, galt die Sparte als verstaubt und intransparent. Der Firmensitz am Stadtrand von Paris war immer noch im Stil der 70er Jahre eingerichtet. Als Symbol der neuen Offenheit ließ Lauvergeon unter anderem Webcams in der Wiederaufbereitungsanlage in La Hague installieren.</p>
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      <p>Zwei Jahre nach ihre Ernennung zur Chefin des staatlichen Uran-Konzerns Cogéma wirbelte sie die komplette Atomsparte auf. Aus der Fusion mit dem Reaktorbauer Framatome entstand der Konzern Areva, dessen Namen an eine spanische Zisterzienserabtei erinnert, die sie mit ihren Eltern in ihrer Kindheit besuchte. Mit ihrem Konzern verfolgt sie die "Nespresso-Strategie": Die Kunden sollten nicht nur die Kaffeemaschinen kaufen, also die Reaktoren, sondern auch die Kapseln, den Brennstoff. Lauvergeon will Areva zum weltweit führende Anbieter der gesamten Atomproduktion machen - von den Uranminen über die Reaktoren bis zur Wiederaufbereitung.</p>
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      <p>Ihre forsche Art hat ihr oft geholfen, durchzusetzen, was sie wollte. Aber sie hat ihr auch eine Menge Feinde eingebracht. Einer von ihnen ist Henri Proglio, der neue Chef des Stromkonzerns EDF, der schon vor seiner Amtsübernahme hat durchblicken lassen, dass er die Atomsparte gerne neu ordnen würde - und sich dann selber an der Spitze sähe.</p>
      <h3>Energiequelle Familie</h3>
      <p>Derzeit steht Lauvergeon mächtig unter Druck: Siemens hatte Anfang 2009 seinen Ausstieg aus Areva NP angekündigt, an dem der Konzern 34 Prozent hielt, um sich stattdessen mit dem Russen Rosatom zusammenzutun. "Das hilft uns, die Kapitalerhöhung zu beschleunigen", bemerkte sie trocken, als sie den Schock verdaut hatte. Der EPR-Reaktor in Finnland, den Areva gerne als Vorzeigeobjekt für den weiteren Reaktor-Export nutzen würde, macht auch kräftig Probleme: Die Arbeiten verzögern sich immer weiter, die Kosten steigen drastisch, und die Atombehörden haben nun auch noch Sicherheitsmängel festgestellt.</p>
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      <p>Lauvergeon hofft, vom weltweiten Aufschwung der Atomkraft in Folge des Klimawandels zu profitieren. Sie betont immer wieder, dass Atomenergie so gut wie keine Treibhausgase produziere. Aber "Atomic Anne", wie die US-Presse sie nennt, will auch nicht ausschließlich darauf setzen: "Atomkraft ist nicht die Lösung, aber ein Teil der Lösung", sagt sie.</p>
      <p>Über ihr Privatleben dringt nur wenig an die Öffentlichkeit. Mit 40 bekam sie das erste von zwei Kindern. Interviews gibt sie extrem selten, in der Klatschpresse taucht sie auch nicht auf. Für Anne Lauvergeon ist die wichtigste Energiequelle immer noch die eigene Familie.</p>
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