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  <ntv:article ntv:readingtime="2" ntv:layout="detail" ntv:agency="Sascha Meyer, dpa" ntv:publishdate="15.11.2009 13:05" ntv:section="Wirtschaft" ntv:id="590575" ntv:homesection="Wirtschaft" ntv:url="https://apps.n-tv.de/wirtschaft/Fernbusse-fuer-Deutschland-article590575.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Fernbusse für Deutschland</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Bahnbrechender Beschluss</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Die Bundesregierung macht ihrem eigenen Staatsunternehmen Dampf: Sie will den Fernbuslinienverkehr in Deutschland zulassen. Der Deutschen Bahn droht damit Konkurrenz.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Es ist ein kurzer Satz im dicken Koalitionsvertrag von Union und FDP: "Wir werden Busfernlinienverkehr zulassen." Macht die neue Regierung damit ernst, ermöglicht sie mehr Konkurrenz zum größten Verkehrsanbieter der Republik, der bundeseigenen Deutschen Bahn. Zwar rivalisieren deren ICE und Intercity schon jetzt mit den Billigfliegern. Zu Lande haben Reisende aber fast keine Alternative zu den Fernzügen des Konzerns, falls es für längere innerdeutsche Distanzen nicht das Auto sein soll. Die Busbranche verspricht sich einen interessanten Markt, wenn Linienfahrten über die Autobahnen gestattet werden - mit Aussicht auf relativ günstige Tickets.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Busfirmen dürfen nicht einfach losfahren, sondern brauchen dafür nach dem Personenbeförderungsgesetz grünes Licht der Behörden. Die Genehmigung ist bisher jedoch zu untersagen, wenn das Angebot "Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits wahrnehmen." Diese Beschränkung, die einst den Aufbau des Schienenverkehrs schützen sollte, sei eine "Bevormundung des Bürgers" und beschneide die unternehmerische Handlungsfreiheit, monierten die Liberalen noch aus der Opposition. Wettbewerb werde verhindert, wenn es - mit Ausnahme des ehemals eingemauerten Berlin und grenzüberschreitender Touren - keine Fernbusse zwischen deutschen Städten und Regionen gebe.</p><h3>Wollen Busunternehmen überhaupt Fernlinien anbieten?</h3><div id="590551"></div><p>"Der Busfernlinienverkehr ist ein interessanter Markt, den wir uns ganz genau anschauen werden", heißt es beim größten privaten Bahn-Konkurrenten Veolia Verkehr, der auch mit einem Fernzug zwischen Leipzig, Berlin und Rostock gegen die ICE antritt. Die Tochter des französischen Veolia-Konzerns betreibt hierzulande aber auch 1500 Busse, davon 990 eigene. Wenn die Fahrzeuge nicht nur im Nahverkehr rollen, könne der klimafreundlichere öffentliche Fernverkehr insgesamt Marktanteile vom Pkw gewinnen. Noch fehlten aber präzise Aussagen der neuen Regierung, wann und wie eine Freigabe umgesetzt werden soll.</p><h3>Auf welchen Strecken könnten Fernbusse fahren?</h3><p>"Alles, was unter fünf Stunden erreichbar ist, kann erfolgreich sein", heißt es beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO). Dabei seien vor allem Verbindungen der großen Ballungsräume attraktiv, wie jährlich 400.000 Busreisende zwischen Hamburg und Berlin zeigten. Aber auch Routen zwischen Mittelzentren wie Erfurt und Dresden seien sicherlich gefragt. Für den Start eines Angebots seien vor allem Marketing und ein Netz von Werkstatthöfen notwendig. "Mittelständische Bus-Unternehmer könnten sich dafür auch bundesweit zu einer Marke zusammenschließen", erläutert ein BDO-Sprecher.</p><h3>Was bringen Bus-Fernlinien für die Fahrgäste?</h3><p>Schon jetzt sind Busse für Schnäppchenjäger und junge Leute oft eine billigere Alternative zum normalen Bahntarif. So kostet die etwa 2:40 Stunden lange ICE-Reise von Berlin nach Kassel 83 Euro, eine fünfstündige Busfahrt ist für 39 Euro zu haben. "Dafür nimmt man in Kauf, dass man im Stau stehen kann und es nicht so komfortabel ist", sagt Heidi Tischmann, Bahnexpertin beim Verkehrsclub Deutschland. Da Züge Trassengebühren zahlten, sollten Busse aber in ein Mautsystem eingebunden werden. Bedienen würden sie wohl nur lukrative Strecken. Dass Fernbusse auch ländliche Gebiete ansteuern, in die keine Züge fahren, sei "wünschenswert, aber unrealistisch".</p><h3>Wie reagiert die Deutsche Bahn?</h3><div id="590563"></div><p>Der Marktführer hält sich vorerst bedeckt. "Wir äußern uns dazu nicht", heißt es aus dem Bahntower in Berlin. Allerdings ist der Konzern längst keine reine Eisenbahn mehr, sondern mit einer Flotte von 13.200 Fahrzeugen - davon knapp 4800 eigenen - Deutschlands größter Busanbieter, präsent auch auf den Fernlinien von und nach Berlin. Rund 720 Millionen Gäste fahren jährlich mit Bussen der Sparte DB Stadtverkehr, zu der 22 regionale Gesellschaften gehören. Für einen prägnanten Markenauftritt werden die Karosserien gerade einheitlich umgespritzt. Branchenexperten halten es daher für ziemlich wahrscheinlich, dass die Bahn bei einer Freigabe des Busverkehrs in die Offensive geht und selbst in den Markt drängt.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Es ist ein kurzer Satz im dicken Koalitionsvertrag von Union und FDP: "Wir werden Busfernlinienverkehr zulassen." Macht die neue Regierung damit ernst, ermöglicht sie mehr Konkurrenz zum größten Verkehrsanbieter der Republik, der bundeseigenen Deutschen Bahn. Zwar rivalisieren deren ICE und Intercity schon jetzt mit den Billigfliegern. Zu Lande haben Reisende aber fast keine Alternative zu den Fernzügen des Konzerns, falls es für längere innerdeutsche Distanzen nicht das Auto sein soll. Die Busbranche verspricht sich einen interessanten Markt, wenn Linienfahrten über die Autobahnen gestattet werden - mit Aussicht auf relativ günstige Tickets.</p>
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      <p>Busfirmen dürfen nicht einfach losfahren, sondern brauchen dafür nach dem Personenbeförderungsgesetz grünes Licht der Behörden. Die Genehmigung ist bisher jedoch zu untersagen, wenn das Angebot "Verkehrsaufgaben übernehmen soll, die vorhandene Unternehmer oder Eisenbahnen bereits wahrnehmen." Diese Beschränkung, die einst den Aufbau des Schienenverkehrs schützen sollte, sei eine "Bevormundung des Bürgers" und beschneide die unternehmerische Handlungsfreiheit, monierten die Liberalen noch aus der Opposition. Wettbewerb werde verhindert, wenn es - mit Ausnahme des ehemals eingemauerten Berlin und grenzüberschreitender Touren - keine Fernbusse zwischen deutschen Städten und Regionen gebe.</p>
      <h3>Wollen Busunternehmen überhaupt Fernlinien anbieten?</h3>
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      <p>"Der Busfernlinienverkehr ist ein interessanter Markt, den wir uns ganz genau anschauen werden", heißt es beim größten privaten Bahn-Konkurrenten Veolia Verkehr, der auch mit einem Fernzug zwischen Leipzig, Berlin und Rostock gegen die ICE antritt. Die Tochter des französischen Veolia-Konzerns betreibt hierzulande aber auch 1500 Busse, davon 990 eigene. Wenn die Fahrzeuge nicht nur im Nahverkehr rollen, könne der klimafreundlichere öffentliche Fernverkehr insgesamt Marktanteile vom Pkw gewinnen. Noch fehlten aber präzise Aussagen der neuen Regierung, wann und wie eine Freigabe umgesetzt werden soll.</p>
      <h3>Auf welchen Strecken könnten Fernbusse fahren?</h3>
      <p>"Alles, was unter fünf Stunden erreichbar ist, kann erfolgreich sein", heißt es beim Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO). Dabei seien vor allem Verbindungen der großen Ballungsräume attraktiv, wie jährlich 400.000 Busreisende zwischen Hamburg und Berlin zeigten. Aber auch Routen zwischen Mittelzentren wie Erfurt und Dresden seien sicherlich gefragt. Für den Start eines Angebots seien vor allem Marketing und ein Netz von Werkstatthöfen notwendig. "Mittelständische Bus-Unternehmer könnten sich dafür auch bundesweit zu einer Marke zusammenschließen", erläutert ein BDO-Sprecher.</p>
      <h3>Was bringen Bus-Fernlinien für die Fahrgäste?</h3>
      <p>Schon jetzt sind Busse für Schnäppchenjäger und junge Leute oft eine billigere Alternative zum normalen Bahntarif. So kostet die etwa 2:40 Stunden lange ICE-Reise von Berlin nach Kassel 83 Euro, eine fünfstündige Busfahrt ist für 39 Euro zu haben. "Dafür nimmt man in Kauf, dass man im Stau stehen kann und es nicht so komfortabel ist", sagt Heidi Tischmann, Bahnexpertin beim Verkehrsclub Deutschland. Da Züge Trassengebühren zahlten, sollten Busse aber in ein Mautsystem eingebunden werden. Bedienen würden sie wohl nur lukrative Strecken. Dass Fernbusse auch ländliche Gebiete ansteuern, in die keine Züge fahren, sei "wünschenswert, aber unrealistisch".</p>
      <h3>Wie reagiert die Deutsche Bahn?</h3>
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      <p>Der Marktführer hält sich vorerst bedeckt. "Wir äußern uns dazu nicht", heißt es aus dem Bahntower in Berlin. Allerdings ist der Konzern längst keine reine Eisenbahn mehr, sondern mit einer Flotte von 13.200 Fahrzeugen - davon knapp 4800 eigenen - Deutschlands größter Busanbieter, präsent auch auf den Fernlinien von und nach Berlin. Rund 720 Millionen Gäste fahren jährlich mit Bussen der Sparte DB Stadtverkehr, zu der 22 regionale Gesellschaften gehören. Für einen prägnanten Markenauftritt werden die Karosserien gerade einheitlich umgespritzt. Branchenexperten halten es daher für ziemlich wahrscheinlich, dass die Bahn bei einer Freigabe des Busverkehrs in die Offensive geht und selbst in den Markt drängt.</p>
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