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    <ntv:field ntv:name="headline">Finanzwelt nicht über den Berg</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Kapitalmangel und Giftpapiere</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Jede neue Zahl war ein gigantischer Schlag ins Kontor, ein weiterer Abgrund, der sich unter der taumelnden Finanzindustrie auftat. Vor einem Jahr noch schätzte der Internationale Währungsfonds IWF die Gesamtverluste durch Giftpapiere und faule Kredite auf 1,4 Billionen Dollar, dann auf 2,2 Billionen, am Ende lautete die Horror-Prognose auf unvorstellbare vier Billionen Dollar (2,7 Billionen Euro). Erstmals seit Ausbruch der Finanzmisere nahm der IWF jetzt den Fuß vom Gas, rechnet nun mit 600 Milliarden weniger, die im Krisen-Orkus verschwinden. Sicher ein Hoffnungsschimmer. Für ausgestanden halten die Washingtoner Experten, die in diesem Jahr zu ihrer Herbsttagung nach Istanbul luden, die Probleme der Geldbranche aber bei weitem nicht.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Nach Schönfärberei war José Viñals kaum, als der Chef der IWF- Kapitalmarktabteilung am Mittwoch den halbjährlichen Bericht des Fonds zur Stabilität der globalen Finanzmärkte vorlegte. Dass die Verluste nun voraussichtlich geringer ausfallen, sei eine willkommene Nachricht, meint er. "Aber wir sehen vor uns noch erhebliche Herausforderungen, vor allem bei den Banken." In zwei zentralen Bereichen - bei der Kapitalausstattung und den Giftpapieren in ihren Bilanzen - liegt dem Spanier zufolge einiges im Argen.</p><p>"Wenn die Frage gestellt wird, ob die Banken genug Kapital haben, um für die Konjunkturerholung ausreichend Kredite zur Verfügung zu stellen, dann ist die Antwort Nein", sagt Viñals. Keine Darlehen, kein Aufschwung, ist die einfache Rechnung. Weder reiche das vorhandene Kapital für diese Zwecke, noch dafür, das Finanzsystem gegen neuerliche Schocks gut abzufedern. Eine genaue Zahl nennt der Ökonom nicht, doch dürfte die Lücke einige hundert Milliarden Dollar betragen. Entsprechend warnt der IWF-Ökonom die Finanzhäuser eindringlich, mit ihrem Kapital höchst sorgsam umzugehen und Gewinne nicht gleich wieder als Dividenden auszuschütten.</p><h3>Giftmüll noch lange nicht entsorgt</h3><p>Und dann sind da noch die Ramschpapiere in den Büchern der Banken, Ursache für die gigantische Vertrauenskrise, die beinahe das globale Finanzsystem zum Einsturz brachte. Es ist inzwischen etwas stiller um sie geworden - völlig zu Unrecht, sind sich Experten einig. Viel zu langsam säuberten die Geldhäuser ihre Bilanzen von dem finanziellen Giftmüll. "Da hängt man einfach hinterher", so Viñals.</p><p>Kein Zweifel: Der IWF nimmt seine Rolle als Mahner und Wächter über die Weltwirtschaft sehr ernst, die die 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) erst wieder bei ihrem Gipfel vorige Woche in Pittsburgh festschrieben. So lässt es sich der Fonds auch nicht nehmen, der Politik einen Warnschuss vor den Bug zu setzen. Angesichts der Wirtschaftserholung dürfe nicht von versprochenen Reformen abgelassen werden. "Selbstzufriedenheit wird zum Risiko", stellt der IWF in seinem Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte fest. Weder dürften die Probleme der Banken ungelöst bleiben noch die dringende Neuordnung der Finanzaufsicht verschoben werden.</p><p>Immerhin hält der Bericht, wenn auch weiter hinten, noch ein lobendes Wort für die gewaltigen staatlichen Hilfsprogramme im Kampf gegen die Krise bereit. "Die Reaktion der Regierungen waren schnell und zu einem gewissen Maß effektiv, um die Finanzmärkte zu beruhigen und ihre Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen", heißt es dort. Doch stünden Weltwirtschaft und Finanzmärkte noch auf viel zu wackeligen Beinen, um schon jetzt an einen Rückzug zu denken.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Jede neue Zahl war ein gigantischer Schlag ins Kontor, ein weiterer Abgrund, der sich unter der taumelnden Finanzindustrie auftat. Vor einem Jahr noch schätzte der Internationale Währungsfonds IWF die Gesamtverluste durch Giftpapiere und faule Kredite auf 1,4 Billionen Dollar, dann auf 2,2 Billionen, am Ende lautete die Horror-Prognose auf unvorstellbare vier Billionen Dollar (2,7 Billionen Euro). Erstmals seit Ausbruch der Finanzmisere nahm der IWF jetzt den Fuß vom Gas, rechnet nun mit 600 Milliarden weniger, die im Krisen-Orkus verschwinden. Sicher ein Hoffnungsschimmer. Für ausgestanden halten die Washingtoner Experten, die in diesem Jahr zu ihrer Herbsttagung nach Istanbul luden, die Probleme der Geldbranche aber bei weitem nicht.</p>
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      <p>Nach Schönfärberei war José Viñals kaum, als der Chef der IWF- Kapitalmarktabteilung am Mittwoch den halbjährlichen Bericht des Fonds zur Stabilität der globalen Finanzmärkte vorlegte. Dass die Verluste nun voraussichtlich geringer ausfallen, sei eine willkommene Nachricht, meint er. "Aber wir sehen vor uns noch erhebliche Herausforderungen, vor allem bei den Banken." In zwei zentralen Bereichen - bei der Kapitalausstattung und den Giftpapieren in ihren Bilanzen - liegt dem Spanier zufolge einiges im Argen.</p>
      <p>"Wenn die Frage gestellt wird, ob die Banken genug Kapital haben, um für die Konjunkturerholung ausreichend Kredite zur Verfügung zu stellen, dann ist die Antwort Nein", sagt Viñals. Keine Darlehen, kein Aufschwung, ist die einfache Rechnung. Weder reiche das vorhandene Kapital für diese Zwecke, noch dafür, das Finanzsystem gegen neuerliche Schocks gut abzufedern. Eine genaue Zahl nennt der Ökonom nicht, doch dürfte die Lücke einige hundert Milliarden Dollar betragen. Entsprechend warnt der IWF-Ökonom die Finanzhäuser eindringlich, mit ihrem Kapital höchst sorgsam umzugehen und Gewinne nicht gleich wieder als Dividenden auszuschütten.</p>
      <h3>Giftmüll noch lange nicht entsorgt</h3>
      <p>Und dann sind da noch die Ramschpapiere in den Büchern der Banken, Ursache für die gigantische Vertrauenskrise, die beinahe das globale Finanzsystem zum Einsturz brachte. Es ist inzwischen etwas stiller um sie geworden - völlig zu Unrecht, sind sich Experten einig. Viel zu langsam säuberten die Geldhäuser ihre Bilanzen von dem finanziellen Giftmüll. "Da hängt man einfach hinterher", so Viñals.</p>
      <p>Kein Zweifel: Der IWF nimmt seine Rolle als Mahner und Wächter über die Weltwirtschaft sehr ernst, die die 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) erst wieder bei ihrem Gipfel vorige Woche in Pittsburgh festschrieben. So lässt es sich der Fonds auch nicht nehmen, der Politik einen Warnschuss vor den Bug zu setzen. Angesichts der Wirtschaftserholung dürfe nicht von versprochenen Reformen abgelassen werden. "Selbstzufriedenheit wird zum Risiko", stellt der IWF in seinem Bericht zur Stabilität der globalen Finanzmärkte fest. Weder dürften die Probleme der Banken ungelöst bleiben noch die dringende Neuordnung der Finanzaufsicht verschoben werden.</p>
      <p>Immerhin hält der Bericht, wenn auch weiter hinten, noch ein lobendes Wort für die gewaltigen staatlichen Hilfsprogramme im Kampf gegen die Krise bereit. "Die Reaktion der Regierungen waren schnell und zu einem gewissen Maß effektiv, um die Finanzmärkte zu beruhigen und ihre Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen", heißt es dort. Doch stünden Weltwirtschaft und Finanzmärkte noch auf viel zu wackeligen Beinen, um schon jetzt an einen Rückzug zu denken.</p>
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