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  <ntv:article ntv:readingtime="2" ntv:layout="detail" ntv:agency="Peter Wütherich, AFP" ntv:publishdate="25.04.2010 16:12" ntv:section="Wirtschaft" ntv:id="840941" ntv:homesection="Wirtschaft" ntv:url="https://apps.n-tv.de/wirtschaft/IWF-avanciert-zur-Kriseninstanz-article840941.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">IWF avanciert zur Kriseninstanz</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Neue Weltmacht Währungsfonds</ntv:field>
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      <ntv:field ntv:name="caption">Die Griechen fürchten die harten Auflagen, die mit einem IWF-Kredit verbunden sind.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Die neue Großmacht der Finanzwelt verbirgt sich hinter einer diskreten Betonfassade in Washingtons Innenstadt. Im Foyer des Gebäudeklotzes aus den 70er Jahren zieren Glasvitrinen mit Geldnoten aus den über 180 Mitgliedstaaten die Wände. Der Internationale Währungsfonds, so haben es die mächtigen G-20-Staaten 2009 beschlossen, soll in Reaktion auf die Finanzkrise zu einer riesigen Kredit- und Kontrollmaschine ausgebaut werden. Dass das hochverschuldete Griechenland parallel zur IWF-Frühjahrstagung als erstes Euro-Land um einen Milliardenkredit beim IWF nachsuchte, verdeutlicht den Machtgewinn der 1944 gegründeten Institution.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Für den IWF ist Griechenland ein prestigeträchtiger Testfall. Normalerweise kommt der Fonds eher Entwicklungs- und Schwellenländern, die von der Pleite bedroht sind, mit Notkrediten zur Hilfe. Nun wird er erstmals in der Euro-Zone aktiv, was vor wenigen Monaten noch niemand für möglich gehalten hätte. Länder in Zahlungsnot, die vom IWF Hilfsgelder beziehen wollen, müssen sich in der Regel einem strengen Spardiktat unterziehen. Dazu zählen zum Beispiel die Kürzung der Staatsausgaben, Streichungen an Sozialprogrammen und die Privatisierung von Staatsunternehmen.</p><h3>"Da, um zu helfen"</h3><p>Diese Vorgaben, deren Details noch mit Athen ausgehandelt werden müssen, treffen nun ein Euro-Land. 15 Milliarden Euro soll Athen vom IWF bekommen, weitere 30 Milliarden Euro von den Euro-Ländern. Viele Griechen hegen große Vorbehalte gegen den Washingtoner Fonds. "Die griechischen Bürger müssen keine Angst vor dem IWF haben", versuchte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn die Sorgen zu zerstreuen. "Wir sind da, um zu helfen." Strauss-Kahn räumte ein, dass die IWF-Kredite mit einem Stigma behaftet sind: "Die Griechen sind nicht die Einzigen, die den IWF dämonisieren", sagte er.</p><div id="840880"></div><p>Dass die Europäer trotz anfänglicher Vorbehalte den IWF eingeschaltet haben, stärke dessen Prestige erheblich, sagt der Ökonom Domenico Lombardi vom Brookings-Institut in Washington. Er sehe in der griechischen Schuldenkrise "einen großen Gewinner, nämlich den IWF-Direktor, der geschickt die Uneinigkeit der Europäer ausgenutzt hat und dem IWF gegen alle Widerstände eine größere Rolle in Europa verschafft hat". Die Euro-Länder hätten sich im Vergleich zum IWF als ziemlich zahnlos erwiesen: "Die Aufsichtsmechanismen haben versagt, weil sie anders als etwa beim IWF nicht mit Durchsetzungsmechanismen verbunden sind."</p><h3>Reizvoll für die EU</h3><p>In den gefürchteten Spardiktaten des IWF liegt ein gewisser Reiz für die EU: Griechenlands EU-Partner können die IWF-Sparkommissare nach Athen voranschicken, ohne sich selbst dem Unmut auszusetzen. Bundesbankdirektor Axel Weber deutete in Washington an, was auf die Griechen zukommen könnte: strenge Haushaltsdisziplin, Einsparungen beim Gesundheitswesen, eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. Der IWF werde nicht nur Notkredite austeilen, sondern "die Strukturreformen in den Mittelpunkt stellen", sagte Weber.</p><p>In den letzten Jahren hatte der IWF mit anhaltendem Bedeutungsverlust zu kämpfen, nun steigt er aus der Asche der Weltwirtschaftskrise zu neuer Größe auf. Die Chefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer hatten im vergangenen Jahr beschlossen, ihn zu einer zentralen Kontroll- und Aufsichtsinstanz für die Weltfinanzsystem zu machen. Optimisten sehen ihn als eine Art finanzpolitischen Weltsicherheitsrat der Zukunft.</p><div id="native11"></div><p>Die Bewährungsprobe steht aber noch bevor. Bis im Oktober soll der IWF konkrete Politikempfehlungen vorlegen, wie etwa die riesigen globalen Ungleichgewichte beim Handel abgebaut werden könnten, die einer der Auslöser für die Finanzkrise waren. Überschussländer wie Deutschland und China müssten mehr konsumieren. Defizitländer wie die USA müssten mehr sparen und mehr exportieren. Auch um eine umstrittene Sondersteuer von Banken soll es gehen. Hier muss der IWF seine Durchsetzungskraft erst noch beweisen.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Die neue Großmacht der Finanzwelt verbirgt sich hinter einer diskreten Betonfassade in Washingtons Innenstadt. Im Foyer des Gebäudeklotzes aus den 70er Jahren zieren Glasvitrinen mit Geldnoten aus den über 180 Mitgliedstaaten die Wände. Der Internationale Währungsfonds, so haben es die mächtigen G-20-Staaten 2009 beschlossen, soll in Reaktion auf die Finanzkrise zu einer riesigen Kredit- und Kontrollmaschine ausgebaut werden. Dass das hochverschuldete Griechenland parallel zur IWF-Frühjahrstagung als erstes Euro-Land um einen Milliardenkredit beim IWF nachsuchte, verdeutlicht den Machtgewinn der 1944 gegründeten Institution.</p>
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      <p>Für den IWF ist Griechenland ein prestigeträchtiger Testfall. Normalerweise kommt der Fonds eher Entwicklungs- und Schwellenländern, die von der Pleite bedroht sind, mit Notkrediten zur Hilfe. Nun wird er erstmals in der Euro-Zone aktiv, was vor wenigen Monaten noch niemand für möglich gehalten hätte. Länder in Zahlungsnot, die vom IWF Hilfsgelder beziehen wollen, müssen sich in der Regel einem strengen Spardiktat unterziehen. Dazu zählen zum Beispiel die Kürzung der Staatsausgaben, Streichungen an Sozialprogrammen und die Privatisierung von Staatsunternehmen.</p>
      <h3>"Da, um zu helfen"</h3>
      <p>Diese Vorgaben, deren Details noch mit Athen ausgehandelt werden müssen, treffen nun ein Euro-Land. 15 Milliarden Euro soll Athen vom IWF bekommen, weitere 30 Milliarden Euro von den Euro-Ländern. Viele Griechen hegen große Vorbehalte gegen den Washingtoner Fonds. "Die griechischen Bürger müssen keine Angst vor dem IWF haben", versuchte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn die Sorgen zu zerstreuen. "Wir sind da, um zu helfen." Strauss-Kahn räumte ein, dass die IWF-Kredite mit einem Stigma behaftet sind: "Die Griechen sind nicht die Einzigen, die den IWF dämonisieren", sagte er.</p>
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      <p>Dass die Europäer trotz anfänglicher Vorbehalte den IWF eingeschaltet haben, stärke dessen Prestige erheblich, sagt der Ökonom Domenico Lombardi vom Brookings-Institut in Washington. Er sehe in der griechischen Schuldenkrise "einen großen Gewinner, nämlich den IWF-Direktor, der geschickt die Uneinigkeit der Europäer ausgenutzt hat und dem IWF gegen alle Widerstände eine größere Rolle in Europa verschafft hat". Die Euro-Länder hätten sich im Vergleich zum IWF als ziemlich zahnlos erwiesen: "Die Aufsichtsmechanismen haben versagt, weil sie anders als etwa beim IWF nicht mit Durchsetzungsmechanismen verbunden sind."</p>
      <h3>Reizvoll für die EU</h3>
      <p>In den gefürchteten Spardiktaten des IWF liegt ein gewisser Reiz für die EU: Griechenlands EU-Partner können die IWF-Sparkommissare nach Athen voranschicken, ohne sich selbst dem Unmut auszusetzen. Bundesbankdirektor Axel Weber deutete in Washington an, was auf die Griechen zukommen könnte: strenge Haushaltsdisziplin, Einsparungen beim Gesundheitswesen, eine Erhöhung des Renteneintrittsalters. Der IWF werde nicht nur Notkredite austeilen, sondern "die Strukturreformen in den Mittelpunkt stellen", sagte Weber.</p>
      <p>In den letzten Jahren hatte der IWF mit anhaltendem Bedeutungsverlust zu kämpfen, nun steigt er aus der Asche der Weltwirtschaftskrise zu neuer Größe auf. Die Chefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer hatten im vergangenen Jahr beschlossen, ihn zu einer zentralen Kontroll- und Aufsichtsinstanz für die Weltfinanzsystem zu machen. Optimisten sehen ihn als eine Art finanzpolitischen Weltsicherheitsrat der Zukunft.</p>
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      <p>Die Bewährungsprobe steht aber noch bevor. Bis im Oktober soll der IWF konkrete Politikempfehlungen vorlegen, wie etwa die riesigen globalen Ungleichgewichte beim Handel abgebaut werden könnten, die einer der Auslöser für die Finanzkrise waren. Überschussländer wie Deutschland und China müssten mehr konsumieren. Defizitländer wie die USA müssten mehr sparen und mehr exportieren. Auch um eine umstrittene Sondersteuer von Banken soll es gehen. Hier muss der IWF seine Durchsetzungskraft erst noch beweisen.</p>
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