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  <ntv:article ntv:readingtime="3" ntv:layout="detail" ntv:author="Markus Mechnich" ntv:publishdate="02.10.2009 17:26" ntv:section="Archiv" ntv:id="531105" ntv:homesection="Archiv" ntv:url="https://apps.n-tv.de/archiv/Mit-Vollgas-ins-Absatzloch-article531105.html" ntv:contenttype="meldung" ntv:outbrain="outbrain_comp">
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    <ntv:field ntv:name="headline">Mit Vollgas ins Absatzloch</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="subheadline">Per Saldo - die Wirtschaftskolumne</ntv:field>
    <ntv:field ntv:name="teaser">Die Abwrackprämie ist vorbei, aber die Autobranche ist noch lange nicht aus dem Schneider. Vielmehr scheinen die Konzerne die Chance nicht genutzt zu haben. 2010 dürfte ein düsteres Jahr werden.</ntv:field>
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    <ntv:field ntv:name="plainbody"><![CDATA[<p>Man hat es nicht einfach als Automanager in diesen Tagen. Erst auf der IAA mit dem ungeliebten und unnatürlichen Grün posieren, dann sich gegen das Krisengerede erwehren, statt neue Rekorde zu vermelden. Und jetzt das tiefe Loch. Eigentlich wusste jeder, dass die Abwrackprämie ein Boom auf Pump ist. Nun steht die Branche vor einem Abgrund.</p><div data-adformat="sc_intxt" style="margin-top: -10px; margin-bottom: 10px;" id="sc_intxt"></div><p>Dabei sollte die IAA ein Aufbruch sein, ein Zeichen für das Ende der Krise setzen. Doch die Show stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Mitsubishi, Nissan und Honda blieben gleich zu Hause. Einige Hallen standen leer und mit knapp 850.000 Besuchern ist die Messe nicht einmal sonderlich gut besucht gewesen. Gut, dass der Automobilverband VDA mit 750.000 erwarteten Besuchern ordentlich tiefgestapelt hatte.</p><h3>Angst vor 2010</h3><p>Auf der Frankfurter Messe war schon zu vernehmen, dass sich die Autobauer auf eine schwierige Zeit einstellen. Abseits der Mikrofone und Aufnahmegeräte hieß es allerorten, dass 2010 ein ganz schwarzes Jahr werden könnte. Selbst die deutschen Premiumhersteller, die ja selbst kaum vom Abwrackboom profitierten, sind pessimistischer als vor Beginn der Krise.</p><p>Jetzt haben die Absatzzahlen für den deutschen Automarkt ein erstes düsteres Bild gezeichnet. Zwar ist im September die Zahl der Neuzulassungen nochmals um 21 Prozent gestiegen. Doch die Autohäuser leeren sich. Die privaten Autoverkäufer verzeichnen bereits einen Absatzrückgang von 50 Prozent. Die wahrscheinlich erreichbaren 3,7 Millionen Neuwagen für dieses Jahr sind eigentlich eine Phanatasiezahl. Mit der Marktrealität hat sie wenig zu tun.</p><h3>Geschönte Zahlen</h3><p>Zwei Millionen Neu- und Jahreswagen wurden mit der staatlichen Subvention bezuschusst. Freilich kann man diese seriöserweise nicht einfach abziehen, aber der wahre Autoabsatz dürfte sich irgendwo zwischen zwei und 2,5 Millionen bewegen. Schon diese eher optimistischen Zahlen wären ein desaströser Einbruch im Vergleich zu den 3,1 Millionen aus 2008.</p><p>Die Lehren allerdings, die die Autobauer aus der Krise gezogen haben, sind fragwürdig. Natürlich ist es ehrenwert, über Kurzarbeit das Gros der Mitarbeiter zu halten. Und natürlich wäre es ein fataler Fehler, jetzt Ingenieure rauszuwerfen, die später wieder für viel Geld eingekauft werden müssen. Schließlich lebt die deutsche Autoindustrie von ihrem technischen Vorsprung.</p><div id="native11"></div><h3>Falsch verstandene Subvention</h3><p>Allerdings hatte die Abwrackprämie ja den Sinn, den Automarkt so lange zu stützen, bis sich die Märkte wieder etwas erholter zeigen. Der Industrie sollte so die Zeit gegeben werden, sich auf das veränderte Marktumfeld einzustellen. Allerdings scheint das dort nicht so richtig begriffen worden zu sein. Man betrachtete die Subvention wohl eher als ein Wahlkampfgeschenk und hoffte ansonsten auf eine schnelle Wiederbelebung der Weltwirtschaft. Damit könnten die Konzerne jetzt richtig baden gehen.</p><p>Richtig ist, dass das Umschwenken auf grüne Technologien ein wichtiger und notwendiger Schritt war. Es war schon erstaunlich zu sehen, wie viele Produkte die deutschen Autobauer auf Hybrid- oder Elektrobasis vorweisen konnten. Technisch hoch innovativ und zukunftsweisend. Aber das Geschäft wird immer noch mit Verbrennungsmotoren gemacht. Und da herrschen weiterhin Überkapazitäten.</p><div id="mid1"></div><h3>Schmerzhaftes Nachholen</h3><p>Es droht nun ein Abbau, der noch viel schmerzhafter werden könnte. Denn der Export wird die überschüssigen Automobile nicht mehr absorbieren können. Dazu wird, selbst bei einer Erholung der Weltwirtschaft, das Wachstum im Ausland nicht ausreichen. Der heimische Automarkt wird in 2010 wohl erneut auf 2,5, vielleicht sogar auf 2 Millionen Autos einbrechen. Die aufstrebenden Märkte Russland, Indien und Brasilien haben mit sich selbst zu tun und nicht die wirtschaftliche Stärke für Premium-Automobile "made in Germany".</p><p>Es wird wohl noch ein dickes Ende kommen. Darüber konnte weder die IAA noch die bisherige leichte wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr hinwegtäuschen. Für die Autoindustrie dürfte das mit einem bösen Erwachen einhergehen. Denn der Arbeitsplatzabbau, den sie der Kanzlerin vor der Wahl erspart hat, dürfte spätestens in diesem Herbst oder im Frühjahr kommenden Jahres folgen. Dann hat die neue schwarz-gelbe Regierung wirtschaftlich ihr erstes Großprojekt zu stemmen. Allerdings sind dann die Kassen leer und eine neue Subvention à la Abwrackprämie nicht mehr denkbar.</p>]]></ntv:field>
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      <p>Man hat es nicht einfach als Automanager in diesen Tagen. Erst auf der IAA mit dem ungeliebten und unnatürlichen Grün posieren, dann sich gegen das Krisengerede erwehren, statt neue Rekorde zu vermelden. Und jetzt das tiefe Loch. Eigentlich wusste jeder, dass die Abwrackprämie ein Boom auf Pump ist. Nun steht die Branche vor einem Abgrund.</p>
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      <p>Dabei sollte die IAA ein Aufbruch sein, ein Zeichen für das Ende der Krise setzen. Doch die Show stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Mitsubishi, Nissan und Honda blieben gleich zu Hause. Einige Hallen standen leer und mit knapp 850.000 Besuchern ist die Messe nicht einmal sonderlich gut besucht gewesen. Gut, dass der Automobilverband VDA mit 750.000 erwarteten Besuchern ordentlich tiefgestapelt hatte.</p>
      <h3>Angst vor 2010</h3>
      <p>Auf der Frankfurter Messe war schon zu vernehmen, dass sich die Autobauer auf eine schwierige Zeit einstellen. Abseits der Mikrofone und Aufnahmegeräte hieß es allerorten, dass 2010 ein ganz schwarzes Jahr werden könnte. Selbst die deutschen Premiumhersteller, die ja selbst kaum vom Abwrackboom profitierten, sind pessimistischer als vor Beginn der Krise.</p>
      <p>Jetzt haben die Absatzzahlen für den deutschen Automarkt ein erstes düsteres Bild gezeichnet. Zwar ist im September die Zahl der Neuzulassungen nochmals um 21 Prozent gestiegen. Doch die Autohäuser leeren sich. Die privaten Autoverkäufer verzeichnen bereits einen Absatzrückgang von 50 Prozent. Die wahrscheinlich erreichbaren 3,7 Millionen Neuwagen für dieses Jahr sind eigentlich eine Phanatasiezahl. Mit der Marktrealität hat sie wenig zu tun.</p>
      <h3>Geschönte Zahlen</h3>
      <p>Zwei Millionen Neu- und Jahreswagen wurden mit der staatlichen Subvention bezuschusst. Freilich kann man diese seriöserweise nicht einfach abziehen, aber der wahre Autoabsatz dürfte sich irgendwo zwischen zwei und 2,5 Millionen bewegen. Schon diese eher optimistischen Zahlen wären ein desaströser Einbruch im Vergleich zu den 3,1 Millionen aus 2008.</p>
      <p>Die Lehren allerdings, die die Autobauer aus der Krise gezogen haben, sind fragwürdig. Natürlich ist es ehrenwert, über Kurzarbeit das Gros der Mitarbeiter zu halten. Und natürlich wäre es ein fataler Fehler, jetzt Ingenieure rauszuwerfen, die später wieder für viel Geld eingekauft werden müssen. Schließlich lebt die deutsche Autoindustrie von ihrem technischen Vorsprung.</p>
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      <h3>Falsch verstandene Subvention</h3>
      <p>Allerdings hatte die Abwrackprämie ja den Sinn, den Automarkt so lange zu stützen, bis sich die Märkte wieder etwas erholter zeigen. Der Industrie sollte so die Zeit gegeben werden, sich auf das veränderte Marktumfeld einzustellen. Allerdings scheint das dort nicht so richtig begriffen worden zu sein. Man betrachtete die Subvention wohl eher als ein Wahlkampfgeschenk und hoffte ansonsten auf eine schnelle Wiederbelebung der Weltwirtschaft. Damit könnten die Konzerne jetzt richtig baden gehen.</p>
      <p>Richtig ist, dass das Umschwenken auf grüne Technologien ein wichtiger und notwendiger Schritt war. Es war schon erstaunlich zu sehen, wie viele Produkte die deutschen Autobauer auf Hybrid- oder Elektrobasis vorweisen konnten. Technisch hoch innovativ und zukunftsweisend. Aber das Geschäft wird immer noch mit Verbrennungsmotoren gemacht. Und da herrschen weiterhin Überkapazitäten.</p>
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      <h3>Schmerzhaftes Nachholen</h3>
      <p>Es droht nun ein Abbau, der noch viel schmerzhafter werden könnte. Denn der Export wird die überschüssigen Automobile nicht mehr absorbieren können. Dazu wird, selbst bei einer Erholung der Weltwirtschaft, das Wachstum im Ausland nicht ausreichen. Der heimische Automarkt wird in 2010 wohl erneut auf 2,5, vielleicht sogar auf 2 Millionen Autos einbrechen. Die aufstrebenden Märkte Russland, Indien und Brasilien haben mit sich selbst zu tun und nicht die wirtschaftliche Stärke für Premium-Automobile "made in Germany".</p>
      <p>Es wird wohl noch ein dickes Ende kommen. Darüber konnte weder die IAA noch die bisherige leichte wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr hinwegtäuschen. Für die Autoindustrie dürfte das mit einem bösen Erwachen einhergehen. Denn der Arbeitsplatzabbau, den sie der Kanzlerin vor der Wahl erspart hat, dürfte spätestens in diesem Herbst oder im Frühjahr kommenden Jahres folgen. Dann hat die neue schwarz-gelbe Regierung wirtschaftlich ihr erstes Großprojekt zu stemmen. Allerdings sind dann die Kassen leer und eine neue Subvention à la Abwrackprämie nicht mehr denkbar.</p>
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